
Berlin (kobinet) Aus den Erfahrungen und Ergebnissen laufender Projektarbeit heraus fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) die zukünftigen Koalitionspartner in Berlin auf, auch in die Zukunft des Landes zu investieren. "In europäischen Projektverbünden sind in den letzten drei Jahren Methoden entwickelt worden, um zum Beispiel behinderte Schülerinnen und Schüler einen individualisierten und passgenauen Übergang von der Schule in das Berufsleben zu ermöglichen", so Ulrike Pohl vom Berliner Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter, die derzeit ein Modellprojekt in Brandenburg leitet. "Unsere Modelle lassen sich auch auf andere Bundesländer und grundsätzlich auf alle Schülergruppen übertragen". Angesichts einer steigenden Bildungsarmut in Deutschland müsse der Forderung der ISL zufolge eine große Koalition endlich auch zielgerichtet in Bildung und Forschung investieren. Einsparungen von Sozialleistungen und die Erhöhung von Steuern allein verschiebe die Haushaltsprobleme nur in die Zukunft und mache sie noch größer. "In unserem Projekt Open Paths bieten wir der Politik interessante Lösungen an, die ganz besonders benachteiligten Gruppen wie behinderten Menschen oder MigrantInnen Chancen auf Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt eröffnen", so Barbara Vieweg, Geschäftsführerin der ISL. "Es kann doch nicht sein, dass wir als Projektträger auch mit finanzieller Unterstützung des Bundes zukunftsträchtige Lösungen für den Arbeitsmarkt entwickeln, nur damit diese auf dem Altar der Haushaltssanierung geopfert werden". Besonders für behinderte Menschen liege der Schlüssel zum ersten Arbeitsmarkt in einer integrativen Schulbildung und einem individuell unterstützten Übergang von der Schule in den Beruf. Die Erfahrung mit den im Projekt Open Paths entwickelten Modellen zeigen der künftigen Regierungskoalition gangbare Wege auf. Sie müsste nur zugreifen. omp