
Berlin (kobinet) Bei der Krankenversicherung darf es nach Ansicht von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt keine Menschen zweiter Klasse geben. In einem Interview mit der Berliner Zeitung kündigte die sozialdemokratische Politikerin an, gleiche Arzthonorare für die Behandlung von gesetzlich und privat Krankenversicherten einzuführen. Außerdem will die Ministerin, die in der großen Koalition ihr Amt behalten wird, künftig von allen Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung erheben lassen. Die gleichen Honorare sollten durch die Einführung einer neuen Gebührenordnung ermöglicht werden, sagte Schmidt. Es sei sehr ungerecht, wenn Kassenpatienten, die auch hohe Beiträge zahlten, auf eine Behandlung viel länger warten müssten als ein Privatpatient, an dem die Ärzte mehr verdienten. "Wir wollen, dass der Arzt weiß, was er kriegt, egal wie sein Patient versichert ist. Und wenn ein Arzt besonders gut ist, soll er für höhere Qualität auch höhere Gebühren abrechnen können", sagte Schmidt. Mit den christlichen Unionsparteien seien sich die Sozialdemokraten einig, dieses Problem lösen zu wollen. "Es ist wahnsinnig schwierig, aber es ist eine Frage der Gerechtigkeit. Wer gesetzlich versichert ist, darf nicht das Gefühl haben, ein Mensch zweiter Klasse zu sein." In dem Interview kündigte Schmidt weiter an, die Kassen bei Beitragssenkungen in die Pflicht nehmen zu wollen. Außerdem wolle sie Fusionen unter den derzeit 262 Krankenkassen befördern, um Kosten zu sparen. Auch Zusammenschlüsse zwischen verschiedenen Kassen-Arten sollten zugelassen werden, sagte die Ministerin. sch