![]()
Druckversion
kobinet-nachrichten
03.12.2005 - 07:56
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Potsdam / Wolfen (kobinet) Der heutige Reisetipp von Hartmut Smikac stellt Potsdam vor, die brandenburgische Landeshauptstadt voller Geschichte und Kultur.
Von Hartmut Smikac
Wer sich zu einem Besuch in Potsdam entscheidet, dem steht das Erleben einer als Garnisonsstadt entstandenen Residenzstadt bevor, die sich zu einer lebendigen Landeshauptstadt entwickelt hat. Große Teile von Potsdam gehören seit 1991 zum UNESCO - Weltkulturerbe, darunter insgesamt 17 Schlösser und Paläste. Mit dem Park von Sanssouci, dem Großen Garten und dem Park Babelsberg verfügt Potsdam über drei weltbekannte Parks. Darüber hinaus hat die brandenburgische Landeshauptstadt nicht nur mit seiner Innenstadt, dem Holländischen Viertel, dem Böhmischen Weberviertel, der Russischen Kolonie Alexandrowka und der Filmstadt Babelsberg noch viel mehr Sehenswertes zu bieten.
Hier wurde Geschichte geschrieben - und nicht nur die preußische. Im Schloss Cecilienhof unterzeichneten die Vertreter de Alliierten das Potsdamer Abkommen. Die Berliner Mauer verwehrte in der Zeit der Spaltung den Zugang zu schönen Regionen des Potsdamer Umlandes und den direkten Weg nach Berlin. In der Zeit des Kalten Krieges wechselten an der weithin bekannten Glienicker Brücke Agenten die Seiten.
Zwischen dem Luisenplatz im Westen und dem Bassinplatz im Osten gibt es in der Innenstadt für jeden etwas zu sehen und viel brandenburgisches Flair zu erleben. Ein Großteil der Geschäfte sind ebenerdig zugänglich - allerdings, wie fast überall, innen dann doch recht eng. Nach dem Bummel laden dann Cafe "Alice", "Nancy's Cafe" und das Eiscafe "Gelateria" sowie das Cafe - Restaurant "Babette", direkt am Brandenburger Tor, sowie das Bistro im Lindenhof zur Rast ein. All diese Häuser sind mit einem Rollstuhl zu erreichen.
Unmittelbar an den Bassin-Platz schließt sich das Holländische Viertel an. Es ist mit dem Rollstuhl insgesamt gut befahrbar. In der Benkertstraße befindet sich die Städtische Gemäldesammlung. Die zweite Etage des Ausstellungsgebäudes ist mittels Lift auch für Rollstuhlnutzer zu erreichen. Im Parterre gibt es eine rollstuhlzugängliche Toilette.

Der zwischen Jungfernsee und Heiligen See liegende Neue Garten ist, da sein Gelände fast völlig eben ist, für einen Spaziergang als Rollstuhlnutzer besonders geeignet. Unmittelbar am Stadtzentrum gelegen ist er auch problemlos zu erreichen. Das wohl bekannteste Gebäude dieses Parks dürfte das Schloss Cecilienhof sein, in dem das Potsdamer Abkommen unterzeichnet wurde. Die untere Etage dieses Hauses ist ebenerdig und so gut mit dem Rollstuhl zu befahren. Nur am Eingang muss eine Stufe überwunden werden, wozu jedoch eine mobile Rampe zur Verfügung steht.
Auch das im Park befindliche Marmorpalais verfügt über schwellenlose Zugänge zu den einzelnen Räumen im Inneren. Der Zugang zum Gebäude erfolgt für Rollstuhlfahrer mittels mechanischer Hubbühne. Ein beabsichtigter Besuch des Marmorpalais sollte also beim Besucherzentrum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten avisiert werden.
Am anderen Ende der Brandenburgerstraße befindet sich der Park Sanssouci. Er zählt unbestritten zu den bekanntesten Parks der Stadt; und einen Spaziergang durch die Anlagen sollte der Besucher nicht versäumen. Das Gelände ist über die Eingänge am Obelisk (Schopenhauerstraße) oder am Grünen Gitter (Luisenplatz) unmittelbar von der Stadt aus gut zu erreichen. Bei Anreise mit der S-Bahn empfiehlt sich, bis Bahnhof "Wildpark" zu fahren und dann den Eingang am Neuen Palais zu benutzen. Bei Anfahrt mit dem Auto dürften in der angrenzenden Geschwister - Scholl - Straße und den Parkplätzen am Neuen Palais die Aussichten, eine Parkplatz zu finden, am größten sein.
Insgesamt ist das Gelände des Parks weitgehend eben und mit den gut verfestigten Wegen für eine Rundfahrt im Rollstuhl geeignet. Allerdings gibt es im Bereich des Schloss Sanssouci und der historischen Mühle Strecken mit erheblichen Steigungen. Dieser Abschnitt sollte nur mit einem Elektrorollstuhl oder kräftiger Schiebeunterstützung aufgesucht werden. Während die neuen Kammern ebenerdig zugänglich sind und es für das Schloss Sanssouci sowie das Neue Palais Hilfsmittel für Rollstuhlnutzer gibt, welche auch Besuchern mit Rollstuhl die Besichtigung dieser Gebäude ermöglichen, ist es in anderen Häusern schwierig, sich dort mit einem Rollstuhl zu bewegen oder in die Häuser zu gelangen. Nähere Auskunft dazu erteilt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Zugleich ist diese im Besucherzentrum an der historischen Mühle zu erhalten, wo auch eine Toilette für Rollstuhlnutzer zur Verfügung steht.
Für einen mehrtätigen Aufenthalt sollen hier nur der Pfingstberg, die russische Kolonie "Alexandrowka", das Krongut Bornstedt, der Filmpark Babelsberg oder eine Fahrt auf den Havelseen als sehenswerte Besuchsziele genannt werden. elba
Weitere Informationen:
Reiseinformation Brandenburg
Biosphäre Potsdam oder Telefon 0331 55 07 415
Filmpark Babelsberg
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten
Touristinformation Potsdam
© Kooperation Behinderter im Internet e.V.
Alle Rechte vorbehalten