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20.11.2005 - 08:00

Sterbehilfediskussion geht weiter.

Hollenbach (kobinet) Die Diskussion um die Legalisierung der so genannten aktiven Sterbe"hilfe" hat auch in dieser Woche wieder gezeigt, wie weit auseinander die jeweiligen Meinungen dazu liegen.

So berichtete "Die Welt" in dieser Woche, dass Hamburgs Justizsenator Roger Kusch "die Diskussion trotz massiver Proteste" weiter vorantreibe. Kusch wolle die Rechtsfragen bei der Herbsttagung der Justizminister in Berlin klären lassen. Er hatte im Oktober Straffreiheit für die aktive Sterbe"hilfe" gefordert. Dies rief scharfe Ablehnung sowohl bei den Kirchen, bei Verbänden als auch den Parteien - einschließlich seiner eigenen - hervor. Die Deutsche Hospiz Stiftung hatte ebenfalls empört auf den Vorstoß des Senators reagiert.

Das Deutsche Ärzteblatt schrieb in dieser Woche, dass die niederländischen katholischen Bischöfe die Sakramente in Fällen aktiver Sterbe"hilfe" die Sakramente und kirchliche Beerdigungen verweigern wollen. "Dies sei nicht vereinbar mit der Übergabe seiner selbst in die liebende Hand Gottes, wie sie sich in den kirchlichen Sakramenten ausdrücke. Euthanasie sei keine Lösung für das Leiden, sondern eine Auslöschung des leidenden Menschen", zitiert das Ärzteblatt. Die Bischöfe hätten ausdrücklich betont mit dieser Verweigerung nicht die betreffende Person verurteilen zu wollen. elba

Kommentar von kobinet-Redakteurin Elke Bartz

Kaum ein Tag vergeht, ohne dass das Thema Sterbe"hilfe" in den Medien behandelt wird. Und das ist gut so. Ist schon das Sterben an sich in unserer Jugend verherrlichenden und leistungsorientierten Gesellschaft ein Tabuthema, ist es die Sterbe"hilfe" allemal. Beides immer wieder zu thematisieren ist wichtig. Nicht zuletzt deshalb, weil ansonsten befürchtet werden muss, dass "im stillen Kämmerlein" Gesetze verabschiedet werden, mit denen die allergrößte Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, die alle einmal Sterbende sein werden, nicht wollen.
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