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23.11.2005 - 10:22

Zwischen Ernüchterung und Hoffnung.

Kommentar von Ottmar Miles-Paul Kassel (kobinet) Nun ist es also klar, wer die neue Behindertenbeauftragte der Bundesregierung wird. Karin Evers-Meyer ist für viele aus der Behindertenarbeit und -politik zwar ein neuer Name, es ist aber ein Name, an den wir uns gewöhnen werden müssen. Denn die SPD-Politikerin wird die deutsche Behindertenarbeit und -politik in den nächsten Jahren mit ihrem Amt nicht nur entscheidend repräsentieren, sondern hoffentlich auch entscheidend im Sinne von behinderten Menschen prägen. Während es für viele sicherlich einfacher und wünschenswerter gewesen wäre, dass eine Person dieses Amt ausübt, die in diesem Bereich schon bekannt ist, wie das bei Hubert Hüppe der Fall gewesen wäre, besteht nun die Herausforderung darin, einen neuen Anfang mit einer bisher in der Behindertenszene weitgehend noch völlig unbekannten Person zu schaffen. Ähnlich wie bei der Ernennung von Karl Hermann Haack vor sieben Jahren, mag es da auch manchen Groll darüber geben, dass Deutschland trotz Kanzlerin in der Behindertenpolitik noch nicht reif dafür zu sein scheint, dass eine selbst behinderte Person dieses Amt bekleidet. Doch bei dieser Ernüchterung müssen wir uns auch ein bisschen an die eigene Nase packen. Denn es gibt immer noch viel zu wenige behinderte Menschen, die sich selbst engagiert, kompetent und intensiv in die Politik einbringen und in ihren Parteien dafür sorgen, dass wir endlich auch mehr behinderte Bundestagsabgeordnete aus unseren Reihen bekommen. Das Beispiel von Karl Hermann Haack hat uns jedoch eines gelehrt, dass es bei der Besetzung des Amtes des Behindertenbeauftragten um eine Vielzahl von Fähigkeiten geht, die eine Person für ein solches Amt mitbringen muss. Karl Hermann Haack hat hier viele Standards gesetzt, auf die es nun gilt aufzubauen - und hier liegt für uns das Prinzip Hoffnung. Sicherlich wird "die Neue" vieles anders machen, doch wird es auch entscheidend an uns liegen, wie wir mit ihr zusammen arbeiten, bzw. sie in die Pflicht nehmen. Während das bisherige Tätigkeitesfeld von Karin Evers-Meyer in der Verteidigungspolitik erst einmal fachfremd klingt, bringt sie Erfahrungen aus der Kommunalpolitik und aus dem Tourismusbereich mit, die hilfreich für das Wirken in der Behindertenpolitik sein könnten. Ein Vorteil könnte auch darin bestehen, dass sie von der Lobbypolitik der Wohlfahrtsverbände, die letztendlich einen entscheidenden Beitrag zur Aussonderung behinderter Menschen leisten, vielleicht noch nicht so geprägt ist und den "wirklichen" Belangen behinderter Menschen offener gegenüber steht. Neben der Frage, ob behinderte Menschen in den zivilrechtlichen Teil des Antidiskriminierungsgesetzes aufgenommen werden, wird der Stern von Karin Evers-Meyer auch entscheidend damit steigen oder fallen inwieweit es gelingt den Paradigmenwechsel endlich auch für eine Stärkung ambulanter statt stationärer Unterstützungssysteme wirken zu lassen. Geben wir Karin Evers-Meyer also eine Chance, ihre Duftmarke in der Behindertenpolitik zu setzen und tun das unsrige dafür, dass dabei die Richtung stimmt. Bei der Veranstaltung des Deutschen Behindertenrates am 3. Dezember in Berlin dürfte hierfür die erste Gelegenheit bestehen. omp 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

günter schnibbe schrieb am 20.12.2005, 17:40

plus für das alter

generell rente ab 60jahre voll ab 72jahre kürzung der rente prozentemässig

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