
Mainz (kobinet) Mit einer "Haushaltsassistenz für die Pflege" will die rheinland-pfälzische Sozialministerin Malu Dreyer pflegebedürftige Menschen, die zu Hause leben, und ihre pflegenden Angehörigen im Alltag unterstützen. Gemeinsam mit den Partnerinnen und Partnern der Initiative "Menschen pflegen" unterzeichnete die Ministerin am Donnerstag in Mainz eine Vereinbarung, die den Rahmen für ein entsprechendes Angebot ambulanter Dienste setzt. Die Assistenzkraft soll personen- und haushaltsbezogene Dienstleistungen für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Familien erbringen und stundenweise bei den ambulanten Diensten angefordert werden können. Damit stehe den Familien und allein lebenden hilfe- und pflegebedürftigen Menschen eine preisgünstige und legale Möglichkeit zur Entlastung zur Verfügung, die das bereits vorhandene professionelle Versorgungsangebot der ambulanten Dienste ergänze, sagte die Ministerin. Gleichzeitig erfülle das Projekt auch ein arbeitsmarktpolitisches Ziel im Rahmen der Arbeitsmarktinitiative "Neue Chancen: 6.000 plus für Jung und Alt", weil es arbeitslosen Menschen Perspektiven für eine neue Beschäftigung biete. Die Rahmenvereinbarung gilt ab dem 1. Januar 2006, das Angebot soll den Haushalten dann ab dem 1. Quartal 2006 zur Verfügung stehen. Rheinland-Pfalz fördert das Projekt mit einer Million Euro pro Jahr. Nach Angaben der Ministerin leben in Rheinland-Pfalz rund 95.000 pflegebedürftige Menschen, viele von ihnen leiden an einer Demenz-Erkrankung. Rund 75 Prozent der Pflegebedürftigen und 60 Prozent der dementiell Erkrankten werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und gepflegt oder leben allein. "Ihnen steht ein engmaschiges Netz an ambulanten Diensten und entlastenden niedrigschwelligen Betreuungsangeboten zur Verfügung. Bislang fehlt aber ein preisgünstiges Angebot zur Unterstützung, um pflegende und betreuende Angehörige im Haushalt und bei der sozialen Betreuung noch wirksamer zu entlasten. Viele betroffene Familien wählen daher den Weg in die Schwarzarbeit und engagieren eine illegale ausländische Hilfskraft", so die Ministerin. Die Haushaltsassistenz schließe eine Lücke im Bedarf und biete den Menschen eine legale Alternative. Gleichzeitig trage sie dazu bei, dass pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich in der eigenen häuslichen Umgebung leben können, hob die Ministerin hervor. Die jetzt zwischen Ministerium, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, den Verbänden der Pflegeeinrichtungen, den Pflegekassen, den kommunalen Spitzenverbänden und den Pflegeverbänden geschlossene Rahmenvereinbarung definiere den Einsatz der Haushaltsassistenz. Die Haushaltsassistenz kann von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen sowie ihren Angehörigen zwischen 6 und 22 Uhr stundenweise angefordert werden. Die konkreten Leistungen werden individuell zwischen Haushalt und dem ambulanten Dienst, bei dem die Haushaltsassistenz beschäftigt ist, vereinbart. Der Preiskorridor für den Einsatz der Haushaltsassistenz soll pro Stunde zwischen 8,50 Euro und 14 Euro betragen. Die Haushaltsassistenz soll pflegebedürftige Menschen und ihre pflegenden Angehörigen bei der Versorgung im Alltag, der Haushaltsführung, der Gestaltung individueller Betreuungsangebote oder bei zeitlich begrenzter Abwesenheit der Angehörigen entlasten. Die Haushaltsassistenz für die Pflege werde auch ein neues Beschäftigungsfeld erschließen, interessante Arbeitsperspektiven bieten und damit einen Beitrag zur Reduzierung von Arbeitslosigkeit leisten, ist die Ministerin überzeugt. Das Angebot verfolge das arbeitsmarktpolitische Ziel, Pflegehilfskräften oder in der Versorgung von hilfs- und pflegebedürftigen Menschen vorerfahrenen oder daran interessierten Personen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsperspektive zu bieten. omp