
Brüssel (kobinet) "Zusammenleben in der Gesellschaft", unter diesem Motto findet heute und morgen in Brüssel eine Europäische Konferenz der Europäischen Kommission in Kooperation mit dem Europäischen Behindertenrat statt. Dies berichtete Barbara Stötzer-Manderscheid, die für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) an der Konferenz in Brüssel teilnimmt. Die Veranstaltung, die im Rahmen des Europäischen Tages der Menschen mit Behinderung durchgeführt wird, hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben behinderter Menschen in der Gesellschaft zu fördern und Ausgrenzungen abzubauen. "Die Hauptherausforderung, die ich sehe, besteht darin, den Wechsel von der 'Unterbringung' behinderter Menschen in Sondereinrichtungen zu selbstbestimmten Angeboten in der Gemeinde voran zu treiben und zu schaffen. Hierbei setze ich vor allem auf die Europäische Union. Denn was in anderen Bereichen, wie zum Beispiel bei den Grenzwerten für die Feinstaubbelastung von der EU auf Deutschland heruntergewirkt hat, muss auch endlich gegen die Aussonderung behinderter Menschen in Behinderteneinrichtungen passieren", erklärte Barbara Stötzer-Manderscheid. Einerseits investiere die Europäische Union viel Geld, um modellhafte Unterstützungsformen zu entwickeln und zu erproben, andererseits würden aber von den nationalen Regierungen wie Deutschland immer neue Mauern und sogenannte "Behindertenheime" aufgebaut, die für die Betroffenen in der Regel alles andere als heimelig seien. "Hier findet häufig eine massive Ausgrenzung statt, die fern jeglicher echter Wahlfreiheit und Selbstbestimmung ist", so Barbara Stötzer-Manderscheid aus Jena. omp