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03.12.2005 - 15:58

CeBeeF protestierte für barrierefreie Frankfurter U-Bahn.

CeBeeF Protestaktion am 3. Dezember fÜr eine barrierefreie F

Frankfurt a.M. (kobinet) Zum UNO-Welttag der behinderten Menschen am 3. Dezember veranstaltete der Club Behinderter und ihrer Freunde (CeBeeF Frankfurt e.V.) eine Protestaktion für eine barrierefreie Frankfurter U-Bahn. "Seit vielen Jahren werden die U-Bahnen und die U-Bahn-Stationen in Frankfurt am Main umgebaut und modernisiert. Doch mobilitätsbehinderte Menschen werden noch immer weitgehend ausgesperrt", heißt es in einem Flublatt, dass CeBeeF-Mitglieder in der U-Bahnstation an der Frankfurter Hauptwache verteilten. Uneingeschränkte Zustimmung gab es dafür von Passanten.

Lediglich in den Zügen der Linien U2, U4 und U7 seien einige Mittelstangen entfernt worden, so der CeBeeF, um Rollstuhlfahrern den Zugang zu ermöglichen. Die Züge der Linien U1, U3, U5 und U6 seien jedoch weiterhin nicht barrierefrei benutzbar. Auf der Linie U2 würden häufig noch Züge ohne barrierefreien Zugang eingesetzt. Rollstuhlfahrer bleiben ausgesperrt. Die oberirdischen Haltestellen der Frankfurter U-Bahn seien trotz Modernisierung auch weiterhin für Rollstuhlfahrer unbrauchbar, weil die Bahnsteige nicht hoch genug gebaut worden seien.

Weiterhin bemängelt der CeBeeF, dass an vielen unterirdischen U-Bahn-Stationen noch immer die lange versprochenen Aufzüge für mobilitätsbehinderte Menschen fehlen. "Jahrelang wurde der Bau eines Aufzugs an der U-Bahn-Station an der Alten Oper blockiert, weil einige Kommunalpolitiker sich in ihrem ästhetischen Empfinden gestört fühlten. Zwar wurde diese Blockade neuerdings aufgegeben, aber ein Aufzug wird trotzdem nicht gebaut. Dafür sei jetzt kein Geld da, freuen sich die 'Ästheten'", kritisiert der CeBeeF.

Enttäuscht und verärgert sind behinderte Menschen in Frankfurt über die vollmundige Ankündigung, bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006 sei der gesamte öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Frankfurt für behinderte Menschen barrierefrei benutzbar: "Doch Fehlanzeige. Die Welt schaut auf Frankfurt, doch die Eurometropole zeigt sich provinziell. Der ÖPNV bleibt rückständig, und Behinderte sollen jetzt bis ins Jahr 2011 vertröstet werden", wird bemängelt.

"Wer soll an die Ernsthaftigkeit dieser ständigen Vertröstungen noch glauben? Behinderte Menschen fragen sich inzwischen: 'Müssen wir uns erst wieder auf die Schienen stellen und Züge blockieren, bevor die verantwortlichen Politiker im Römer begreifen, dass Behinderung eine reale Sache sein kann?' Nur barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel sind moderne öffentliche Verkehrsmittel. Rückständigkeit können wir uns nicht mehr leisten", hieß es bei der Protestaktion. hjr
 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Bernd Masmeier schrieb am 04.12.2005, 14:05

Barrierefreiheit dient auch der Oekonomie!

Dass Menschen mit Behinderung fuer die Barrierefreiheit des OePNV kaempfen, ist zunaechst einmal in ihrem ureigensten Selbstinteresse. Allerdings machen sich die verantwortlichen Politiker (und auch die Oekonomen) immer noch nicht klar, dass nur eine konsequente Integration behinderter Menschen langfristig dazu beitragen kann, die Kosten fuer die notwendigen Hilfen fuer diesen Personenkreis zu senken. Dieser Aspekt muss in Zukunft noch wesentlich deutlicher gemacht werden.

Max Mütze schrieb am 03.12.2005, 16:55

Das war Klasse!

Die Protestaktion in der Frankfurter U-Bahn erinnert an die alten Zeiten, als die Frankfurter und die Berliner noch wetteiferten, wer die originellsten und wirkungsvollsten Aktionen für mehr Barrierefreiheit startet. Manche Berliner waren heute auf der alljährlichen Veranstaltung des Deutschen Behindertenrates, andere blieben an diesem unwirtlichen Wintertag lieber daheim.
Beste Grüße aus Berlin

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