
Wien (kobinet) In einer Enquete erörtert heute das Parlament in Österreich die Situation von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung. "Sie werden zunehmend von Nicht-Behinderten vom Arbeitsmarkt verdrängt. In der Bildung gibt es hingegen einen deutlichen Trend hin zu mehr Integration", schreibt dazu "Die Presse" in Wien. Immer mehr Eltern entscheiden sich für Integrationsklassen und gegen die Sonderschule. Seit zwölf Jahren ist der Integrationsunterricht gesetzlich verankert. Inzwischen gibt es in regulären Pflichtschulen mehr Kinder mit so genannter geistiger Behinderung als in Sonderschulen. Ernst Berger, Kinderpsychiater am Neurologischen Krankenhaus Rosenhügel, findet diese Entwicklung logisch. "Die Sonderschule hat keine Existenzberechtigung." Denn Kinder, so der Experte, lernen am meisten von anderen Kindern - die Integrationsklasse biete hier viel mehr Anreize. Zu einer gelungenen Integration gehört jedoch mehr als paralleler Unterricht von Schülern mit und ohne Behinderung. Sie erfordert vielmehr, dass alle Kinder in Kleingruppen lernen und Lehrer mit Integrationslehrern als Team zusammenarbeiten. Im Alltag klaffen Theorie und Praxis mitunter weit auseinander: "Lernschwache Kinder werden manchmal sogar in einem eigenen Kammerl unterrichtet", so zitiert die Zeitung Ingeborg Pröglhöf vom Verein Integration:Österreich, "um die anderen nicht zu stören". Der Verein gibt die Zeitschrift "betrifft:integration" heraus, deren Beiträge von der Webseite herunter geladen werden können. Die Zeitschrift dient als Sprachrohr für die Anliegen von Kindern, Jugendlichen, Frauen und Männern mit Behinderung sowie für die Anliegen von deren Angehörigen. Zielpublikum sind die österreichischen Pflichtschulen, Menschen mit Behinderung selbst, Partnerorganisationen und Mitglieder von Integration:Österreich. Derzeit endet der gemeinsame Unterricht nach der Pflichtschule. In weiterführenden Schulen gibt es nur vereinzelte Versuche integrativen Unterrichts. sch