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15.12.2005 - 07:01

Schöne Bescherung.

Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz

Hollenbach (kobinet) Die "schöne Bescherung" wird in diesem Jahr für viele Heimbewohnerinnen und -bewohner ausfallen. Ihr Weihnachtsgeld wurde mit Einführung des SGB XII gestrichen.

Etwa 34 Euro "Weihnachtsbeihilfe" waren, es die die Bewohnerinnen und Bewohner des Krautheimer Eduard-Knoll-Wohnzentrums (EKWZ) im vergangenen Jahr noch erhielten. Damit konnten sie Weihnachtsgeschenke für Angehörige und Freunde kaufen, oder auch sich selbst außer der Reihe in bescheidenem Umfang etwas Gutes gönnen. 34 Euro mögen für Verwaltungsmitarbeiter, Bundestagsabgeordnete und Facharbeiter nicht viel Geld sein. Für Heimbewohnerinnen und -bewohner sind sie viel Geld, sehr viel Geld sogar. Denn sie müssen mit ihrem "Taschengeld" von monatlich rund 90 Euro Körperpflegemittel, Zeitungen, Getränke, Telefon, Gaststätten-, Kino- und sonstige Veranstaltungsbesuche und - seit Einführung des "Gesundheitsmodernisierungsgesetzes" - Medikamentenzuzahlungen finanzieren.

"Mit 34 Euro kann man keine großen Sprünge machen", meint eine Heimbewohnerin, die nicht namentlich genannt werden möchte. "Aber mit kleinen Geschenken konnte man wenigstens seinen Freunden und Verwandten zeigen, dass man an sie gedacht hat. Es kann doch nicht sein, dass ich zwar Geschenke bekommen kann, es mir selbst aber unmöglich ist anderen eine Freude zu machen. Ich glaube diejenigen, die uns dieses bisschen Geld auch noch nehmen, wissen gar nicht wie entwürdigend das ist".

"Die Bewohnerinnen und Bewohner unseres Wohnzentrums hatten schon früher wahrlich kein Luxusleben. Wenn ihnen jetzt auch noch die Weihnachtsbeihilfe gestrichen wird, macht das mit den Medikamentenzuzahlungen immerhin sieben Prozent des Geldes aus, das ihnen bisher zur Verfügung stand", erklärt Norman Weyrosta, Geschäftsführer des EKWZ. Ursache sei die Überführung des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG) in das SGB XII. Dort seien einmalige Leistungen in der Regel nicht mehr vorgesehen. Das nützten viele Sozialhilfeträger um eben auch die Weihnachtsbeihilfe zu streichen. Dabei gäbe es tatsächlich Ausnahmen. So werde im ambulanten Bereich die Bekleidungsbeihilfe (im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt) pauschal abgegolten. Das sei im stationären Bereich nicht der Fall.

"Es gibt aber durchaus Kommunen wie zum Beispiel in Niedersachsen, die ihr Ermessen walten lassen. Dort wird auch in diesem Jahr die Weihnachtsbeihilfe weiterhin gezahlt. Deshalb empfehlen wir unseren Bewohnerinnen und Bewohnern, die Weihnachtsbeihilfe bei ihren zuständigen Sozialhilfeträgern einzufordern und notfalls einzuklagen", so Weyrosta.
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

peter seidel schrieb am 17.12.2005, 21:33

Dafür ist Geld da

Von der Altmark nach Mazar-i-Sharif
Artikel in: klartext - Magazin der Linkspartei.PDS Sachsen-Anhalt, 5/2005

Sachsen-Anhalt im Drehkreuz zentraler Militärstandorte zukünftiger Kriege

„Für das deutsche Heer öffnen wir mit diesem Schlüssel eine Tür in eine neue
Welt.“ waren die Worte des damaligen Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant
Gert Gudera, anlässlich der symbolischen Schlüsselübergabe vom
Gefechtsübungszentrum Heer (GÜZ). Dieses selbst ist der Türöffner für eine
„Verteidigung“, die laut der Neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien des
vorherigen Verteidigungsministers Struck „geographisch nicht mehr
eingegrenzt“ ist. Auf dem Truppenübungsplatz Altmark nördlich Magdeburgs
wurde im Januar 2001 das modernste Ausbildungszentrum Europas eingeweiht,
nachdem hier bereits ab 1997 von der Bundeswehr das so genannte
„traditionelle Gefecht mit verbundenen Waffen“, also die gemeinsamen Manöver
von Artillerie, Infanterie und Luftwaffe geübt wurden.

Von der Altmark nach Mazar-i-Sharif

Alle Soldatinnen und Soldaten (zur Zeit 6.300), die sich in Auslandseinsätzen
der Bundeswehr befinden, durchlaufen vorher das 15-tägige Ausbildungsprogramm
im GÜZ. Es ist die letzte Station vor ihrer Ausreise nach Bosnien, Kosovo
oder Afghanistan. Hier lernen sie im modernsten Ausbildungszentrum Europas
alles, was sie später für die taktischen Einsätze entweder im Rahmen der EU-
geführten Militäroperation (EUFOR) in Bosnien-Herzegowina, im deutschen
Kontingent der Kosovo Force (KFOR) der NATO, innerhalb der sogenannten
internationalen Schutztruppe (ISAF) oder der „Operation Enduring Freedom“ in
Afghanistan benötigen.

Deutschland beteiligt sich gegenwärtig an der Schnellen Eingreiftruppe der
NATO (NRF 5) mit 2.200 Soldaten. Auch diese bekommen, genau wie die
Angehörigen des unter strengster Geheimhaltung eingesetzten Kommandos
Spezialkräfte (KSK) ihren letzten Schliff in Letzlingen. Nicht nur
Gefechtssituationen werden hier geübt, sondern auch Geiselbefreiung,
Sanitätseinsätze und Aufstandsbekämpfung, das so genannte riot control.

Bei jeder der insgesamt zehn verschiedenen Übungssituationen sind alle
teilnehmenden Soldaten und Fahrzeuge mit einem hochmodernen Korsett von
Sensoren ausgestattet und per Funk mit der Leitzentrale des Übungsplatzes
verbunden. Die kriegstauglichen Waffen werden dabei anstatt mit scharfer
Munition, mit einem Lasersystem, dem so genannten „Ausbildungsgerät
Duellsimulator“ (AGDUS) ausgerüstet, wodurch der simulierte Feuerkampf aller
direktgerichteten Waffen ermöglicht, und gleichzeitig jeder gefallene Schuss
in den angeschlossenen Computern registriert und ausgewertet werden kann.
Genauso wird der Funksprechverkehr aufgezeichnet und mittels Video auch das
Kampfgeschehen visuell festgehalten. Es gab bereits gemeinsame Manöver im
Rahmen der Zusammenarbeit im Deutsch-Niederländischen Korps mit einer
Panzerkompanie aus den Niederlanden. In Zukunft wird der Anteil ü

Frank Winkel schrieb am 15.12.2005, 22:09

Beamtenbund gegen Kürzung des Weihnachtsgeldes für

Der Beamtenbund ist gegen die Kürzung des Weihnachtsgeldes für Bundesbeamte.

Der Beamtenbund sollte vielleicht mal an die Heimbewohner denken, die weniger Geld haben.

K.H. Teudt schrieb am 15.12.2005, 18:39

Schleswig-Holstein zahlt

Auch in Schlewig-Holstein sind die Weihnachtsgelder für Altenheimbewohner gestrichen worden. Mittlerweile nach vielen Protesten hat sich die Sozialministerin Trauernicht dazu entschlossen, die Weihnachtsbeihilfe trotzdem zu zahlen. Dieses ist ihr zu danken. Aber auch einige andere bundesländer zahlen die Weihnachtbeihilfe.

Aber auch Behinderte und Familien die Hartz 4 beziehen, werden in diesem Jahr eine sehr bescheidene Weihnacht feiern müssen. Gerade auch die, die aus der ehemaligen Sozialhilfe kommen. Hier sind die Weihnachtsbeihilfen ersatzlos gestrichen worden.
www.erwerbslosenforum.de hat hier eine Initiative losgetreten, die dazu helfen soll, doch noch in den Genuss einer Weihnachtsbeihilfe zu kommen. Wird zwar wohl für dieses Jahr nichts mehr bringen, aber vielleicht im nächsten Jahr zu Ergebnissen führen. Nchzulesen unter: www.elo-forum.org/forum/ftopic3969.html

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