15.12.2005
- 06:29
Angekommen?.
Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz
Hollenbach (kobinet) Berichte über Themen, die Menschen mit Behinderungen (besonders) betreffen, finden sich meistens unter der Rubrik "Soziales", wenn sie überhaupt einmal vorkommen. Und wenn sie Beachtung finden, dann ist die Sprachwahl oft keine glückliche. Ein geradezu positives Highlight gab es nun in den Fränkischen Nachrichten, die zur Verlagsgruppe des Mannheimer Morgen gehört.
Da berichtet Korrespondent Detlef Drewes im Wirtschaftsteil der Ausgabe vom 13. Dezember, dass am selben Tag eine EU-Verordnung vom Europäischen Parlament zur barrierefreien Gestaltung des Passagierflugverkehrs verabschiedet werden solle. Dass ihm dazu eine Drittelseite (incl. Foto) eingeräumt wurde, ist an sich schon eine Ausnahme.
Doch die Wortwahl ist in Zeiten, in denen Rollstuhlfahrer von Medienvertretern immer noch "an den Rollstuhl gefesselt" werden, oder unter "ihrer Behinderung leiden", unendlich wohltuend von "Menschen mit Behinderungen", von "Barrierefreiheit" statt "rollstuhlgerecht" und von "Assistenz" statt "fürsorglicher Hilfe" zu lesen.
Und richtig erkannt hat Drewes in seinem Kommentar zum Bericht, dass Barrierefreiheit nicht nur Rollstuhltauglichkeit beinhaltet, sondern zum Beispiel auch die Belange sehbehinderter und blinder Menschen einbezieht. Ebenso richtig hat er erkannt, dass Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderungen zugute kommt, sondern allen, die auf irgendeine Art und Weise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.
Die ob solcher Berichterstattung erfreuten Leserinnen und Leser können nur hoffen, dass diese nicht eine rühmliche Ausnahme bleibt, sondern dass sie ein Zeichen dafür darstellt, dass die diskriminierungsfreie Berichterstattung Einzug in den "allgemeinen" Medien hält.
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