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kobinet-nachrichten 15.12.2005 - 11:30
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Kempens Bahnhof barrierefrei?

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Kempen (kobinet) Den neu umgebauten Bahnhof im niederrheinischen Kempen haben eine Rollstuhlbenutzerin und ein blinder Begleiter auf Barrierefreiheit getestet. Einen ausführlichen Bericht zur Testfahrt bzw. zum Testlauf hat heute die Westdeutsche Zeitung veröffentlicht.

Rollstuhlfahrerin Waltraud Peters und ihr blinder Begleiter Horst Gebauer haben Wege zu den Gleisen, die Blindenleitspur und die Fahrkartenautomaten getestet. Sie erreichten ihre Ziele, sprich die Gleise, auf teilweise langen Umwegen, können den Automaten mit Touchscreen-Monitor nicht bedienen. Für Kempens Sozialdezernent Hans Ferber ist das kein Problem. Laut WZ meinte er, viele Behinderte würden ja ohnehin mit Begleitperson reisen, gratis fahren oder sie könnten im Zug den Fahrschein nachlösen. Behindertenbeauftragter Reinsch vergab dem Bahnhof das Prädikat "wirklich behindertengerecht". elba

Kommentar von kobinet-Redakteurin Elke Bartz

Irgendwie komme ich mir undankbar vor. Wie kann ich nur so unzufrieden darüber sein, dass ich einen als "wirklich behindertengerecht" ausgezeichneten Bahnhof nur eingeschränkt und mit Hilfe nutzen kann. Sicher ist es besser, längere Wege in Kauf nehmen zu müssen, wo Zugang technisch nicht auf kürzeren Wegen zu gestalten ist, als ein Ziel gar nicht erreichen zu können. Kompromisse sind manchmal auch beim besten Willen nicht vermeidbar. Doch moderne Automaten, die nicht von jedermann und jederfrau uneingeschränkt nutzbar sind, kann ich, undankbar wie ich nun einmal bin, einfach nicht akzeptieren. Bringen solche Geräte mich und viele andere Reisende mit Behinderungen doch wieder in eine völlig unnötige Abhängigkeit von anderen. Haben wir es doch schlicht und einfach satt, die in Rolle der dankbaren Abhängigen gezwungen zu bleiben.

Und neben der Undankbarkeit plagt mich auch die Dummheit, denn ich kann auch beim besten Willen nicht nachvollziehen, dass ein Bahnhof, der nur eingeschränkt barrierefrei nutzbar zu sein scheint, das Prädikat "wirklich behindertengerecht" erhält.
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

ursula lehmann schrieb am 15.12.2005, 21:17

Kempens Bahnhof

das behindertenpolitische Ergebnis ist, dass wir leider auf die sog. "Behindertenbeauftragten" reduziert werden und deren Meinung hat leider Gewicht. Diesen Typen sollten wir öffentlich das Vertrauen entziehen, denn sie agieren gegen unsere Interessen.

Markus Zimmermann schrieb am 15.12.2005, 18:38

Nicht wirklich

Toll, wie die Bahn das immer wieder schafft, neue Hürden als Barrierefreiheit zu verkaufen! Und dem Kempener Sozialdezernenten wünsche ich ein langes Leben. Vielleicht kommt er in vorgerücktem Alter mal in die missliche Lage, nicht mehr ganz so zackig sein zu können. Viel Spaß dann beim Herumstreiten mit dem personal der Bahn, ob nun Bordzuschläge zu zahlen sind oder nicht. Vorderhand könnte Herr Ferber sich mal informieren, wie schwierig und teuer es ist, qualifizierte Begleiter zu finden. Und nur im Nahverkehr ist es behinderten (noch) möglich, ohne jeweils einen Einzelfahrschein erwerben zu müssen, mobil zu sein. Das sollte ein Sozialdezernent wissen. herr Ferber ist wirklich nicht gut informiert; real existierend und anscheinend unendlich resistent sind dagegen die Barrieren in den Köpfen von Bahnplanern und Managern.

H G schrieb am 15.12.2005, 16:59

Dazu der Bericht Westdeutsche Zeitung:

www.wz-newsline.de/sro.php?redid=101795

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