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19.01.2006 - 08:15

VdK kritisiert Arzneimittel-Sparpaket.

Berlin (kobinet) Nach Ansicht des Sozialverbandes Deutschland VdK zahlen chronisch kranke Patienten die Zeche beim Arzneimittel-Sparpaket, denn dadurch würde eine Zuzahlung von bis zu 65 Prozent drohen. "Wenn das Sparpaket wie geplant in Kraft tritt, droht den Patientinnen und Patienten eine weitere Erhöhung der Zuzahlung von bis zu 65 Prozent der Kosten für bestimmte Arzneimittel. Das kann im Einzelfall mehrere Hundert Euro pro Packung betragen, die nicht unter die Härtefallregelung fallen. Ich kann die Gesundheitsministerin nur dringend auffordern, auf diese weitere Belastung der Versicherten zu verzichten", erklärte der Präsident des Sozialverbandes VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, anlässlich einer Anhörung im Bundestagsausschuss für Gesundheit zum Arzneimittelsparpaket der Bundesregierung. Hirrlinger kritisierte auch die geplante Malusregelung für Ärzte: "Unter den geplanten Strafzahlungen für Ärzte, die zu viele Arzneimittel verordnen, werden vor allem chronisch kranke Patienten zu leiden haben. Werden die Tagestherapiekosten zu niedrig angesetzt, wächst für die Ärzte der Anreiz, teure Patienten loszuwerden. Diese stehen dann ohne die notwendige Versorgung da." Die Bundesregierung plant nach Informationen des VdK, die Festbeträge auf bestimmte Arzneimittel pauschal zu senken. Da anders als früher nicht ein einzelner Hersteller, sondern viele Unternehmen betroffen sind, ist die Gefahr sehr groß, dass sie nicht wie bisher ihre Preise auf das Niveau der Festbeträge absenken. Die Differenz zwischen Festbetrag und Preis muss dann der Patient zahlen. Rabattverträge zwischen einzelnen Krankenkassen und gerade den größeren Herstellern werden daran nicht viel ändern, da die Verhandlungsmacht einer einzelnen Kasse begrenzt ist. Zudem sei geplant, Ärzte, die festgelegte Tagestherapiekosten bei bestimmten Erkrankungen überschreiten, mit Strafzahlungen zu belegen. Ein Patient, der ein teureres Medikament nimmt oder mehr als der Durchschnitt verbraucht, werde in Zukunft kaum mehr einen Arzt finden, der ihm entsprechendes verordnet. omp 

 
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