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02.02.2006 - 09:59

Deutsches Team will Spitzenplatz bei Paralympics.

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Bei den IX. Winterspielen des Behindertensports in Turin will das deutsche Team seinen bei den Paralympics 2002 in Salt Lake City erkämpften Spitzenplatz verteidigen. Erstmals qualifizierten sich die Deutschen auch für das Sledge-Eishockey-Turnier, in dem die USA, Kanada und Norwegen Favoriten sind. Die rasante Sportart, bei der die Akteure auf Schlitten über das Eis flitzen, ist hierzulande in den letzten Jahren immer populärer geworden. Spieler und Betreuer der Nationalmannschaft, die als amtierender Europameister nach Turin reist, kommen vornehmlich aus Niedersachsen und der Sledge-Hochburg Hannover. Im Anschluss an die Olympischen Winterspiele werden in Turin zu den Paralympics 590 Athleten aus 40 Nationen erwartet. Für die Spiele vom 10. bis 19. März haben sich bislang 33 deutsche Sportler qualifiziert. Endgültig nominiert wird die Mannschaft am 13. Februar in Frankfurt am Main. Karl Hermann Haack, der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, meinte jetzt vor Journalisten, dass "wir für die Paralympics gut aufgestellt sind". Bei den Paralympics vor vier Jahren in Salt Lake City war Deutschland mit 33 Medaillen die beste Nation. In Turin und der Bergregion um Sestriere gehören die deutschen Behindertensportler wieder im Langlauf, Biathlon und alpinen Skisport zu den Favoriten. Chef de Mission Dr. Karl Quade nannte denn auch die "Verteidigung des Spitzenplatzes" als Ziel der Reise nach Oberitalien. Wegen der Reduzierung auf drei Schadensklassen war die Anzahl der Entscheidungen noch nie so gering wie in Turin. Während es in Nagano noch 118 und in Salt Lake City 92 waren, sind es nun nur noch 58. Auch bei der gestiegenen Leistungsdichte dürfte es für die Deutschen sehr schwer werden, den Medaillenregen wie vor vier Jahren zu wiederholen. In den alpinen Disziplinen wollen die mehrfachen Paralympics-Sieger Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder wieder Goldmedaillen erobern. Aus dem Nachwuchsteam werden immer mehr Andrea Rothfuss Siegchancen zugeordnet. Gespannt wird die Konkurrenz aus den Alpenländern erwartet. Zwei Siege und ein dritter Platz bei den Rennen in Lillehammer (Norwegen) haben die blinde Skilangläuferin Verena Bentele (Tettnang) an die Spitze der Weltcupwertung gebracht. Mit 340 Punkten führt sie gemeinsam mit der Weißrussin Jadwiga Skorabataja die Wertung nach sechs Wettbewerben an. "Wir liegen im Hinblick auf die Paralympics voll im Soll; der Saisonaufbau stimmt", sagte Frank Höfle aus Isny, nachdem er mit seinem Begleitläufer Johannes Wachlin den Sieg über 20 Kilometer in Lillehammer errungen hatte. Der Oberhofer Thomas Oelsner, nach den letzten Paralympics wegen positiver Dopingtests gesperrt, inzwischen in Training und Wettkampf wieder mit aufsteigender Form dabei, brennt auf Medaillen in Langlauf und Biathlon. Beim Schießen trainiert er mit Frank Luck. Drei Medaillen, darunter eine goldene, sind das Ziel des 34-Jährigen, erfuhr Elke Bitterhof im Interview für das Magazin "Selbstbestimmt" des Mitteldeutschen Rundfunks. Oelsner hat mit Freunden zu dritt eine GbR gegründet und das Restaurant "joel" in Oberhof eröffnet. In der Kneipe wird während der Paralympics sicherlich ein Fernseher laufen, denn die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland und Eurosport haben eine umfassende Berichterstattung (kobinet 1.2.06) angekündigt. Gehörlose und Hörbehinderte hoffen übrigens, dass die für die Berichterstattung über die Olympische Spiele im "Ersten" und "Zweiten" angekündigte Untertitelung der Fernsehberichte (kobinet 31.1.06) auch bei den Paralympics angeboten wird.  

 
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