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kobinet-nachrichten 03.02.2006 - 16:33
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Unterschriften für ein soziales Europa

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Wien/Berlin (kobinet) In Wien startete heute eine Kampagne europäischer Wohlfahrtsorganisationen für ein soziales Europa. Der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt, Wilhelm Schmidt, aus Deutschland erinnerte an die in Lissabon abgegebene Verpflichtung, einen größeren sozialen Zusammenhalt zu erreichen. Die 36 Sozialorganisationen, die sich im europäischen Netzwerk SOLIDAR zusammen geschlossen haben, wollen in den kommenden zwei Jahren eine Million Europäer ansprechen, sich mit ihrer Unterschrift für ein soziales Europa einzusetzen. "Wenn die politische Krise um eine gemeinsame Verfassung der Europäischen Union überwunden werden soll, dann dürfen wir das nicht allein der Suche nach politisch ausgefeilten Kompromissen überlassen. Die Bürger und Bürgerinnen der Staatengemeinschaft müssen sich selbst zu Wort melden, denn die Europäer sind keineswegs europamüde", sagte der AWO-Bundesvorsitzende in Wien. SOS - Europe (Save Our Social Europe) heißt die Zweijahreskampagne, die auf der SOLIDAR-Konferenz in der österreichischen Hauptstadt gestartet wurde. Mit der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs seit Jahresbeginn hat die österreichische Volkshilfe den Auftakt übernommen. Entsprechend der weiteren halbjährlichen Folge der Ratspräsidentschaften (Finnland, Deutschland, Portugal) bis Ende 2007 wollen sich die Sozialorganisationen aus den genannten Ländern in der Kampagne für die Realisierung der sogenannten Lissabon-Strategie einsetzen. Auf der Frühjahrstagung des Europäischen Rates im März 2000 in Lissabon wurde beschlossen, die Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen - einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen. "Wir stellen jedoch heute kritisch fest, dass die politische Konzentration auf Wachstum und Beschäftigung ausgerichtet ist, während der dritte Pfeiler der Lissabon-Strategie, der soziale Zusammenhalt, an den Rand zu geraten droht", sagte Schmidt. Die soziale Balance zwischen Markt und sozialer Sicherheit sei aber das Ergebnis aus der gemeinsamen europäischen Geschichte. sch  

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