
Berlin (kobinet) Von den morgen in Berlin zu Ende gehenden Arabisch-Iranischen Filmtagen der Heinrich-Böll-Stiftung waren behinderte Interessenten ausgeschlossen. Die den Grünen nahe Stiftung hatte das bekanntermaßen nicht barrierefreie Filmtheater in den Hackeschen Höfen ausgewählt. Mehrere Anfragen von interessierten Menschen mit Behinderungen wurden negativ beantwortet. Es sei bedauerlich, aber ein Zugang für Rollstuhlfahrer nicht möglich. Das erfuhr kobinet von Klaus-Peter Drechsel, der vergeblich mehrere Vorschläge an den Veranstalter richtete, die Filmtage für alle zugänglich zu machen. "Die Filme aus dem arabisch oder iranischen Raum handeln häufig von Krieg (Libanon, Irak), Flucht und Vertreibung (besonders Palästina). In Berlin leben zahlreiche Menschen aus der Region, die Behinderungen aus Vertreibung und Krieg davongetragen haben. Diesen Menschen den Zugang zu den Filmen zu verwehren ist eindeutig Diskriminierung", so Drechsel. Für den Berliner Behindertenverband geht es nach den Worten seines Vorsitzenden Ilja Seifert hier darum, dass "Ausgrenzung/Diskriminierung gesellschaftlich geächtet" werden muss. Dazu werde ein starkes Antidiskriminierungsgesetz, jede Menge Zivilcourage Betroffener und genau so viel Solidarität gebraucht. sch
Arnd Hellinger schrieb am 10.02.2006, 23:06
Dass die Heinrich-Böll-Stiftung bei der Wahl des Kinos in den Hackeschen Höfen geschlafen hat, ist wahr und schlecht. Als Bildungswerk von Bündnis90/Die Grünen sollte man schon barrierefreie Veranstaltungsorte nehmen, derer auch in Berlin einige existieren.
Die eigentliche Frage sollte hier eher lauten: Wer hat Mitte der 1990er Jahre während der Sanierung der Höfe geschlafen, so dass der Bauherr nicht gezwungen war, für Barrierefreiheit zu sorgen? Immerhin hatte das Abgeordnetenhaus (die Berliner Kombination aus Landtag und Stadtrat) entsprechende Leitlinien bereits 1992 beschlossen...
Waltraud David schrieb am 04.02.2006, 09:04
Nein, ein Versehen war es vielleicht im ersten Schritt bei der Vorwahl des Veranstaltungsortes. Als aber Behinderte versuchten daraufhin Aufmerksam zu machen, daß dieser Ort wohl nicht so ganz "treffend" gewählt worden sei, fühlte sich der (wer?) der Wahlentscheidung wegen, als nicht "BEDENKER" erkannt und war nun gerade auf diesen Ort fixiert. Schade finde ich es, daß die Menschen untereinander sich nicht mehr helfen lassen wollen, denn es kann niemand, aber auch gar niemand, immer alles, bedenken und beachten!
Mögen wir es wieeder lernen miteinander zu reden statt übereinander!
Waltraud David