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kobinet-nachrichten
09.02.2006 - 00:03
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Duisburg (kobinet) Die Kindernothilfe weist auf einen Skandal in Nord-Uganda: 17.000 Kämpfer sind dort unter 15 Jahre alt. Morgen ist in der Düsseldorfer Johanneskirche die Auftaktveranstaltung zum "Red Hand Day" am Sonntag, der seit 2002 gegen den Missbrauch von Kindern als Soldaten mobilisieren soll. Die Kindernothilfe fordert eine internationale Beobachter-Truppe der Vereinten Nationen für den Norden Ugandas. Rund 90 Prozent aller Kämpfer auf Seiten der Rebellen sind unter 18, schätzungsweise 70 Prozent der Jungen und Mädchen sind sogar jünger als 15 Jahre. Insgesamt hat die Lord Resistance Armee (LRA) etwa 20.000 Kinder rekrutiert. Die Auseinandersetzungen dauern schon mehr als 20 Jahre. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht. Daher ruft die Kindernothilfe auch die deutsche Regierung auf, sich für die Friedensverhandlungen zwischen den verfeindeten Gruppen in ihren bilateralen Gesprächen einzusetzen. Die Bundesregierung soll sich auch auf der bevorstehenden UN-Menschenrechtskommission, die am 13. März in Genf beginnt, für den Schutz der Kindersoldaten in Uganda stark machen. Laut Artikel 38 der UN-Kinderrechtskonvention muss jedes Kind vor Missbrauch in Kriegen geschützt werden. Am 12. Februar 2002 wurde dieser Vertrag durch ein Zusatzprotokoll ergänzt, das den Einsatz von unter 18-Jährigen im Krieg verbietet. Seitdem hat die Staatengemeinschaft auch ein wirksames Instrument gegen Rebellengruppen in der Hand. Mit dem "Red Hand Day" am 12. Februar wird seitdem jedes Jahr auf den Missbrauch von Kindern als Soldaten hingewiesen. Nach Schätzungen der UN kämpfen allein in Afrika mehr als 100.000 Kinder. Sie werden von ihren Vorgesetzten gefügig gemacht, misshandelt und zum Töten gezwungen. Oft kommen dabei Alkohol und andere Drogen zum Einsatz. Mädchen werden sexuell missbraucht. Die meisten Kindersoldaten leiden ein Leben lang, körperlich und seelisch. Die Kindernothilfe unterstützt in Gulu (im Norden Ugandas) mit deutschen Spendengeldern eine Anlaufstelle für Kinder, die auf der nächtlichen Flucht aus ihren Dörfern sind. Sie fürchten die Entführung durch die Rebellen. sch Mehr auf www.kindernothilfe.de
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