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15.02.2006 - 09:48

Weitere Belastung der Patienten verhindern.

Berlin (kobinet) Patienten droht mit dem geplanten Arzneimittelsparpaket nach Ansicht des Sozialverbandes VdK eine neue Belastung. Danach müssen Patientinnen und Patienten mit einer erhöhten Zuzahlung von bis zu 65 Prozent der Kosten für bestimmte Arzneimittel rechnen. Diese könnten sich nach Angaben des VdK im Einzelfall auf mehrere Hundert Euro pro Packung belaufen, falls die Betroffenen nicht zu den Härtefällen gehören. "Patienten, die preisgünstige Arzneimittel wählen, sollten statt dessen von der Zuzahlung befreit werden", forderte VdK-Präsident Walter Hirrlinger anlässlich der heute stattfindenden abschließenden Beratung im Bundestagsausschuss für Gesundheit zum Arzneimittelsparpaket. Hirrlinger appellierte erneut an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, eine weitere Belastung der Versicherten nicht zuzulassen. Der von der Bundesregierung gemeinsam mit Koalitionspolitikern vorgelegte Gesetzentwurf sieht vor, die Festbeträge auf bestimmte Arzneimittel pauschal zu senken. Da anders als früher nicht ein einzelner Hersteller, sondern viele Unternehmen betroffen sind, ist die Gefahr groß, dass sie nicht wie bisher ihre Preise auf das Niveau der Festbeträge absenken. Die Differenz zwischen Festbetrag und Preis müsse dann der Patient zahlen. Zudem ist geplant, Ärzte, die festgelegte Tagestherapiekosten bei bestimmten Erkrankungen überschreiten, mit Strafzahlungen zu belegen. Ein Patient, der ein teureres Medikament nimmt oder mehr als der Durchschnitt verbraucht, wird in Zukunft kaum mehr einen Arzt finden, der ihm entsprechendes verordnet. Der jetzt gefundene Kompromiss, die Strafzahlungen nicht bereits bei einer Überschreitung von fünf Prozent, sondern erst ab zehn Prozent beginnen zu lassen, wird an der Wirkung des Malussystems nichts ändern. Unter den geplanten Strafzahlungen für Ärzte, die zuviel verordnen, werden nach Ansicht des VdK vor allem chronisch Kranke leiden. "Für Ärzte wächst der Anreiz, vor allem teure Patienten los zu werden, die dann ohne Versorgung dastehen", erklärte Walter Hirrlinger. omp 

 
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