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17.02.2006 - 11:27

Streubombenverbot in Belgien trotz Industrielobby.

München (kobinet) Das vom belgischen Parlament beschlossene Verbot von Streubomben wurde heute von Handicap International als großer Erfolg gewürdigt. Als erstes Land weltweit hat Belgien Produktion und Einsatz dieser heimtückischen Waffen beschlossen. Die Bomben hinterlassen nach jedem Einsatz eine große Zahl nicht explodierter Streumunition, die für die Zivilbevölkerung nicht weniger gefährlich sind als die fast weltweit geächteten Landminen. Allein im Irak hat seit 1993 Streumunition 4.100 Opfer gefordert, darunter zahlreiche Kinder. Belgien war das erste Land der Welt, das bereits 1995 ein Verbot von Anti-Personen-Minen beschlossen hat. Zu der erneuten mutigen Entscheidung der belgischen Parlamentarier, auch Streubomben zu ächten, trug auch ein Bericht von Kevin Bryant bei, der für Handicap International im Kosovo und im Libanon Streumunition geräumt hat. Als in den vergangenen Wochen bekannt wurde, dass die Parlamentarier der Einsicht der humanitären Experten folgen würden, versuchte die Rüstungsindustrie noch, das geplante Gesetz zu stoppen. Interessant für die deutschen Nachbarn: Ein Vertreter dieser Interessensgruppe verwies bei seinem Auftritt im Parlament auf einen Großauftrag der deutschen Armee zur Ausstattung der Tiger-Kampfhubschrauber mit belgischer Streumunition. Sein Fazit: "Wenn die belgische Produktion durch das geplante Gesetz verboten würde, können Sie versichert sein, dass die europäischen Partner, französisch, deutsch oder italienisch, diese Produktion, das Know-How und das Arbeitsangebot übernehmen würden." François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International Deutschland, forderte: "Nicht die belgische Waffenproduktion, sondern das richtungweisende belgische Gesetz sollte von der neuen deutschen Regierung übernommen werden!" Ein Resolutionsvorschlag des Aktionsbündnisses Landmine.de liegt dem Bundestag bereits vor. sch Mehr auf www.handicap-international.de  

 
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