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18.02.2006 - 12:17

Es hat sich nichts geändert.

Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz Hollenbach (kobinet) Uwe Meister aus Schauenburg, der seit einem Motorradunfall schwerstbehindert ist, kämpft noch immer gegen die unfallgegnerische Haftpflichtversicherung um sein Recht. Kein Ende des Verfahrens in Sicht. Vor 14 Monaten berichteten die kobinet-nachrichten erstmals über das Schicksal von Uwe Meister, der im Juni 2002 einen unverschuldeten Motorradunfall erlitt und seitdem um seine Schadensersatzsprüche gegenüber der GVV-Unfallversicherung kämpft. Mit einem Hungerstreik wollte der heute 58-Jährige auf seine verzweifelte Situation hinweisen, denn die GVV leugnete - und leugnet bis heute - die angegebene Schadenshöhe. Der Hinweis Uwe Meisters auf eine Fernsehsendung, die am 12. März um 18.30 Uhr ausgestrahlt wird (Unfallopfer kämpfen um ihr Recht - Allein gegen die Versicherung- ZDF.reportage) nahm die kobinet-Redaktion zum Anlass, sich nach der jetzigen Situation Meisters zu erkundigen. Nichts habe sich geändert, zumindest nichts positives, berichtet Uwe Meister. Im Mai stünde eine erneute Begutachtung bevor, deren Ergebnis er schon ahne: "Ein Gutachter, der für die Auftrag gebende Versicherung in jedem Jahr zehn Wochenseminare abhält, ist meiner Meinung nach vom Auftraggeber wirtschaftlich abhängig und nicht neutral, wie es ein Gutachter sein sollte". Zwar habe der Gutachter nichts mit der GVV direkt zu tun, ist jedoch für deren Rückversicherer - die Kölnische Rück" - als Referent tätig. Deshalb habe er den Gutachter als befangen abgelehnt. "Mir ist jeder Gutacher recht, doch nicht dieser", meint Meister. Der zuständige Richter habe jedoch keinen Grund gesehen, einen anderen Gutachter zu verlangen. Als er noch in Pflegestufe II eingestuft war, aber erklärte, dass seine Frau ihm auch jede Nacht mehrfach helfen würde, habe man sich auf das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) berufen und den rund um die Uhr-Bedarf angezweifelt. "Jetzt bin ich in Pflegestufe III eingestuft, und jetzt zweifelt die Versicherung am Gutachten des MDK". Überhaupt würden ihn alle Stellungnahmen etc. die seinen tatsächlichen Zustand belegen oder die Unfallfolgen realistisch benennen, gleich als "Gefälligkeitsgutachten und -schreiben" ausgelegt. "Jetzt wird in meinem Vorleben gekramt, ob ich nicht schon gesundheitliche Schäden hatte, bevor der Unfall passierte. Vor ungefähr 22 Jahren habe ich drei Menschen bei einem Brand gerettet und dabei Salzsäure eingeatmet. Dadurch bekam ich Asthma. Das soll jetzt wohl zur Schadensminderung führen". Was das Asthma mit seinem abgerissenen Becken und den unzähligen Knochenbrüchen zu tun haben soll, kann Meister nicht nachvollziehen. Meister ist verzweifelt, denn er sieht kein Ende des Verfahrens. "Ich bin fertig, meine Frau, die mich seit dem Unfall pflegt, ist mit ihren Kräften am Ende und meine Kinder leiden ebenfalls unter der Situation", meint Meister. "Den Glauben an Gerechtigkeit und die Justiz haben wir längst verloren. Es muss schon einiges passieren, bis wir ihn wieder finden". Wenn er seine Familie und seine Freunde nicht wären, hätte er wohl schon längst aufgegeben. Wie lange sie es schaffen, sein letztes Fünkchen Lebensmut und seinen Kampfgeist aufrecht zu erhalten, weiß er nicht. "Wissen Sie, wenn man selbst nicht mehr lachen kann, ist das schlimm genug. Wenn aber die Familie, die man liebt, das Lachen verlernt hat, tut das unheimlich weh".  

Internetseite von Uwe Meister 

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