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kobinet-nachrichten
20.02.2006 - 14:20
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Mainz (kobinet) Für Marita Boos-Waidosch sind Integration und Teilhabe die Schlüssel für eine zeitgemäße Behindertenpolitik. Dies erklärte die Mainzer Behindertenbeauftragte heute in Mainz für das rheinland-pfälzische Netzwerk Selbstbestimmung und Gleichstellung bei der Unterzeichnung einer Zielvereinbarung. (siehe kobinet-nachrichten vom 20.02.2006) "Ich freue mich, dass wir mit der heute unterzeichneten Zielvereinbarung zur Stärkung der Integration von Menschen mit Behinderungen im Arbeitsleben und zum Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt endlich ein Stück zu einer zeitgemäßeren Behindertenpolitik vorankommen. Die Unterstützungssysteme für behinderte Menschen, die einen höheren Unterstützungsbedarf haben, sind in Deutschland in der Regel immer noch davon geprägt, dass Angebote in 'Sonderwelten' anstatt mitten in der Gemeinde und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gemacht werden. Viel zu oft wird immer noch in große Einrichtungen investiert anstatt das Geld in integrative Maßnahmen zu investieren, wo behinderte Menschen wohnen und auf ihr soziales Umfeld aufbauen können. Wir behinderte Menschen wollen aber nicht mehr auf der grünen Wiese leben oder arbeiten. Wir wollen wie alle anderen auch, unseren Beitrag mitten in der Gesellschaft nach unseren besten Möglichkeiten leisten", erklärte Marita Boos-Waidosch. Dabei wollten die meisten behinderten Menschen vor allem wählen können, welche Unterstützungen für sie am besten sind. Denn noch allzu oft gingen die Bedürfnisse behinderter Menschen im Schubladendenken und in Vorurteilen über ihre angeblichen Schwächen und Stärken unter. "Daher sind neue Instrumente wie das Persönliche Budget bzw. ein Budget zur Arbeit, bei dem behinderte Menschen selbst das Geld so effektiv und passend wie möglich für ihre Hilfen einsetzen können, nicht nur wichtig, sondern auch der richtige Ansatz zur Förderung der Selbstbestimmung behinderter Menschen. Wenn diese Zielvereinbarung einen Beitrag dazu leistet, dass wir weg vom an Anbietern orientierten Denken hin zum an den Interessen, Bedürfnissen und Rechten der einzelnen behinderten Menschen orientierten Denken kommen, dann hat sich diese gelohnt. Hierbei ist es allerdings von zentraler Bedeutung, dass die Betroffenen selbst eine zentrale Rolle in sämtlichen Gremien und Prozessen spielen, denn hier geht es um ihre Interessen, ihre Chancen und ihr Leben," so Marita Boos-Waidosch. omp
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