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21.02.2006 - 14:11

Zugang zu Bildung ist Menschenrecht.

Berlin (kobinet) "Der Zugang zu Bildung ist ein Menschenrecht", dies betonte der Experte von der UN-Menschenrechtskommission, Vernor Muñoz, zum Abschluss seiner Deutschland-Reise in Berlin. Zum zweiten Mal seit der deutschen Einheit hatte ein Sonderberichterstatters der UN-Menschenrechtskommission Deutschland besucht und intensive Untersuchungen angestellt.

Der Bildungsexperte der UN-Menschenrechtskommission hat nach Informationen der tagesschau vor allem die wachsenden Kompetenzen der Bundesländer im Bildungsbereich kritisiert. Dadurch verliere der Bund die Möglichkeit, eine Einheit zu gewährleisten. Die bestehenden Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern seien zu groß. Zehn Tage lang hatte der Bildungsexperte deutsche Schulen und Kindergärten besucht und mit Wissenschaftlern, Politikern sowie Eltern- und Lehrervertretern gesprochen. Er wollte dabei der Frage nachgehen, ob Ausländerkinder, Schüler aus armen Familien und auch Behinderte in deutschen Schulen ausreichend gefördert werden. Auslöser für die Untersuchung waren die beiden weltweiten Pisa-Studien, in denen Deutschland schwere Versäumnisse bei der Chancengleichheit in der Bildung bescheinigt worden waren.

Muñoz bemängelte dem tagesschau-Bericht zufolge nach seiner Reise, dass sich soziale Ungleichheiten in den Bildungschancen der Kinder widerspiegelten. Die Aufteilung von Schülern auf einzelne Schularten finde in Deutschland "sehr früh" statt. Gebildete Menschen seien das wichtigste Kapital des Landes. Er rief zu einer Debatte über weitere Reformen im deutschen Bildungssystem auf.

"Wir hoffen, dass der Bericht und die treffende Kritik des Vertreters der UN-Menschenrechtskommission endlich auch eine zielgerichtete Diskussion über die auf breiter Ebene stattfindende Aussonderung von behinderten Kindern und Jugendlichen im deutschen Schulsystem auslöst. Denn dies sind massive Menschenrechtsverletzungen, die bisher stillschweigend hingenommen werden", erklärte Michael Gerr vom Vorstand der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). "Um ein gleiches Recht auf Bildung und gleiche Chancen für behinderte Menschen zu gewährleisten, muss das Schulsystem vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Die Regelschulen müssen grundsätzlich für behinderte Kinder geöffnet werden. Das Sonderschulsystem muss nach und nach zurück genommen werden", so Gerr weiter. omp
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