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kobinet-nachrichten
07.03.2006 - 08:34
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl Berlin (kobinet) Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin präsentiert sich ab morgen wieder als der Welt größtes Reisebüro. Etwa 10.500 Aussteller aus 180 Ländern wollen in den Messehallen unterm Funkturm kaum einen Urlaubstraum auslassen. Die Ausstellungsfläche des Themas "Reisen für Alle" wurde erweitert: 50 Hotels, Freizeitparks, Anbieter für Senioren- und Behindertenreisen werben in Halle 4.1. Zum 40. Mal schon findet die ITB statt und zeigt bis zum 12. September eine vielfältige Reisewelt, die sich sonst nirgends an einem Ort erleben lässt. Was 1966 als kleine touristische Übersee-Importmesse mit neun Ausstellern aus fünf Ländern begann, entwickelte sich zur inzwischen weltweit größten Reisemesse. In den letzten Jahren haben die Angebote für barrierefreies Reisen zugenommen und sind attraktiver wie zum Beispiel ein Aktivurlaub auf der "Kattegat" (kobinet 3.3.06) geworden. Dennoch gibt es noch bisher unerfüllte Träume. So verfolgt eine Berlinerin seit anderthalb Jahren die Idee, mitten in der Stadt ein barrierefreies ökologisches Hotel als soziales Unternehmen zu schaffen. "Das Hotel soll außergewöhnlich attraktiv werden, so dass jeder da hin will", erläuterte sie kobinet ihren Anspruch für das Projekt in der "Businessplanphase". Behinderungen sollen hier als "etwas selbstverständliches und auf keinen Fall störend oder beängstigendes angesehen werden". Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Menschen mit kleinen Kindern sind die Hauptzielgruppe. Geplant ist aber kein "Behindertenhotel". Gedacht ist an wenigstens 50 Zimmer, Frühstücksraum, Tagungsräume, einen Wellness- und Fitnessbereich, einen Gemeinschaftsraum mit Bar, Bewegungs- und Spielplatz für alle Menschen mit Bewegungsbedarf und vieles mehr. Interessenten des innovativen Projekts können bei silke.volckmann@online.de mehr erfahren. Verbesserte Reise- und Urlaubsmöglichkeiten für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen will der heute in Berlin anreisende NatKo-Vorsitzende Johann Kreiter auf der ITB erkunden. Davon profitierten Menschen mit Behinderungen, wie zum Beispiel gehbehinderte Reisende und Rollstuhlfahrer, sehbehinderte und blinde, schwerhörige und gehörlose wie auch Urlauber mit Lernschwierigkeiten, aber auch die wachsende Gruppe der Senioren, werdende Mütter sowie Personen mit Kinderwagen oder schwerem Gepäck. Barrierefreiheit sei kein Randthema mehr. Für seine Tour zur ITB wollte Kreiter den Bahnrabatt für Geschäftsleute nutzen, die erster Klasse zur Tourismus-Börse anreisen. Das scheiterte allerdings daran, dass für Erste Klasse im Intercity-Express von Stuttgart nach Berlin und zurück kein Platz für einen (1) Reisenden im Rollstuhl möglich war. Das Angebot Kreiters, sich dann mit einem der beiden bekannten Plätze in der zweiten Klasse des ICE zu bescheiden, wurde allerdings abgelehnt. Der ITB-Rabatt gelte nur für die erste Klasse. Hätte Kreiter keine BahnCard, mit der er schließlich die Berlin-Reise buchte, so rechnete der im Schwäbischen heimische Bayer kobinet vor, wären ihm "schlappe 150 Euro" durch die Lappen gegangen. Kreiter träumt weiter von einer Deutschen Bahn, die ihn als Kunden zuvorkommend behandelt.
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