Kobinet Logo
Druckversion
kobinet-nachrichten 08.03.2006 - 10:00
URL:
http://www.kobinet-nachrichten.org

Enquete-Kommission zum Leben in der Gemeinde gefordert

.

Kassel (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat in Zusammenarbeit mit einer Reihe von anderen Behindertenorganisationen und Einzelpersonen eine Initiative für die Einrichtung einer Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zum Leben behinderter und älterer Menschen in der Gemeinde gestartet. Nach dem Willen der Verbände soll die Enquete-Kommission unter dem Motto: "Vorrang ambulanter Hilfen vor stationärer Versorgung behinderter, pflegebedürftiger und älterer Menschen - Leben in der Gemeinde" gestartet werden. "Für viele behinderte und ältere Menschen, die auf Unterstützung und Pflege (Assistenz) im Alltag angewiesen sind, gibt es trotz des gesetzlich verankerten Grundsatzes 'ambulant vor stationär' all zu oft keine ambulanten Angebote und somit nur das Leben im Heim. Dies bedeutet für die Betroffenen oft nicht nur den Verlust der langjährig bewohnten eigenen Wohnung, sondern meist auch den Verlust sozialer Netzwerke und Bindungen", heißt es im Aufruf für die Enquete-Kommission, mit der der Deutsche Bundestag aufgefordert wird, möglichst schnell eine Enquete-Kommission zu diesem Thema einzurichten. Bisher gibt es lediglich eine Enquete-Kommission des Bundestages zur Kultur in Deutschland. Die InitiatorInnen betonen in ihrem heute an die Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages und ausgwählte FachpolitikerInnen versandten Aufruf, dass mit dieser Initiative ein längst überfälliger Diskussionsprozess auf breiter Ebene in Gang gesetzt und ins Parlament getragen werden soll. Ziel müsse es sein, Alternativen zum Leben in Einrichtungen und für ein Leben behinderter und älterer Menschen in der Gemeinde sicher zu stellen. "Wichtig ist es dabei, dass eine solche Enquete-Kommission nicht dazu führt, bereits jetzt nötige Entscheidungen und Schritte für die Stärkung ambulanter vor stationären Angeboten in der Behinderten- und Altenhilfe auf die lange Bank zu schieben. Zudem muss sichergestellt werden, dass dies kein Gremium - wie bereits so viele vor ihm - wird, in dem über die Köpfe der Betroffenen hinweg diskutiert wird, sondern mit ihnen: Also, dass behinderte und ältere Menschen aus den entsprechenden Selbsthilfeverbänden gleichberechtigt mit am Tisch sitzen", heißt es im Aufruf. omp Link zum Aufruf und zu Lobbyadressen 

  Follow @kobinetev
Empfehlen Sie diese Seite Ihren Freunden bei Facebook
nächste Nachricht >>
Leserbrief schreiben
Artikel versenden

Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Peter Hilpmann schrieb am 13.03.2006, 15:22

Familienhilfe gehört dazu

Lieber Otmar Miles Paul,
ich finde die Enquete Kommision zum Leben in der Gemeinde ist sehr wichtig.Ich undmeinen Eltern fehlt aber die Familienhilfe. Sie ist sehr wichtig, denn ohne sie kann der Grundsatz Ambulant vor Stationär nicht funktionieren. Denn das ambulante Pflegepersonal wird wahrscheinlich rund um die Uhr nicht zur Verfügung stehen. Von dieser Familienhilfe könnten auch nicht pflegebedürftige Senioren und behinderte Menschen proftieren. Es würde mich freuen wenn dieser Punkt in der Kampagne berücksichtigt würde.


Mit freundlichem Gruß

Peter

Ottmar Miles-Paul schrieb am 10.03.2006, 17:48

Bitte direkt an die Politiker schreiben

Liebe KollegInnen,
der Wunsch und das Bedürfnis, eine Liste von UnterstützerInnen für die Enquete-Kommission einzurichten, freut mich. In diesem Falle ist er aber nicht der richtige Weg, weil es evtl. sehr schnell gehen kann, dass das Kontingent für Enquete-Kommissionen im Bundestag ausgefüllt wird. Daher empfiehlt es sich, direkt an entscheidende Abgeordnete zu schreiben, so dass diese möglich schnell und kompakt sehen, dass es ein großes Bedürfnis vieler Menschen ist.

Ich empfehle daher: Schreibt direkt an die Abgeordneten. Unter

www.isl-ev.de/2006/03/08/fur-enquete-kommission-zum-leben-in-der-gemeinde/ gibt es unten eine Liste mit E-Mail-Adressen der einzelnen PolitikerInnen.

Vielen Dank und viel Erfolg
Ottmar Miles-Paul

Peter Baaken schrieb am 08.03.2006, 20:47

Unterstützung durch Einzelpersonen

Ich kann mich Uwe Heineker nur anschließen!

Einzelpersonen sollten die Möglichkeit bekommen, den Aufruf auch zu unterstützen, wenn Sie es wollen.

Georg Gabler schrieb am 08.03.2006, 19:07

Gemeinsam sind wir stärker!

Es ist wichtig, daß die Bedürfnisse behinderter und alter Menschen als ein gemeinsames Interesse strategisch gebündelt wird. Meine Freundin und ich,inzwischen jenseits der 60-Jahre Grenze finden es bekloppt, wie manchmal noch in unserer Szene Behinderung als Alleinstellungsmerkmal gegen die "Alten" abgegrenzt wird. Politisch wäre das sowieso ein Eigentor. man muß aus unserer objektiven Minderheitssituation eine Mehrheitssituation gestalten!

Elisabeth Riediger-Wirthensohn schrieb am 08.03.2006, 14:52

Aufrufsmöglichkeit .....

Fände ich gut. Grüsse, Elisabeth Riediger-Wirthensoh n

Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 08.03.2006, 10:40

Es wird vorgeschlagen ...

... eine Aufrufsmöglichkeit für Einzelpersonen und Verbände einzurichten ...

© Kooperation Behinderter im Internet e.V.
Alle Rechte vorbehalten

Seite drucken
Zur Online Version