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13.03.2006 - 12:14

Gesellschafter-Versammlung mit Fragezeichen.

Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul Kassel (kobinet) Dr. Bernhard Conrads, der die Auftaktveranstaltung des neuen Projektes der Aktion Mensch "Die Gesellschafter" (kobinet 11.3.06) moderiert hat, machte in seinen Schlussworten deutlich, dass nun alle gefordert sind, die Idee des neuen Projektes in die Praxis umzusetzen. Letztendlich wäre an diesem Abend ja die erste Gesellschafter-Versammlung abgehalten worden. Und genau damit steigt und fällt auch dieses neue Projekt. Der Rahmen ist skizziert und reicht von einer breit angelegten Medienkampagne, von deren Ausmaße viele Verbände nur träumen können, über ein Förderprogramm für Projekte für Initiativen, bis zu der Füllung verschiedener Themenblöcke mit Inhalten, die verdeutlichen, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen. Der Rahmen steht, doch bei der Ausfüllung gibt es noch viele Fragezeichen. Die Idee, den Kurs einer Gesellschaft nicht nur denjenigen "da oben" oder "den Reichen" zu überlassen, sondern selbst darüber nachzudenken, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen und aktiv für die Umsetzung dieser Ziele zu werden, passt bestens in die Zeit. In eine Zeit, in der das Soziale, das Miteinander und die Eigeninitiative immer mehr in den Hintergrund des zunehmenden Profitdenkens und des Profitdrucks tritt. So teilten auch viele Anwesende bei der Gesellschafter-Versammlung die Ansicht, dass dies eine tolle Kampagne ist. Fragezeichen gibt es jedoch noch viele hinsichtlich der konkreten und praktischen Umsetzung des neuen Projektes. Die Aktion Mensch kann dafür in ihrer besonderen Rolle erst einmal nur den Rahmen bieten und Fragen stellen. Es obliegt nun den Verbänden und Initiativen das Projekt mit Fleisch, also mit konkreten Initiativen zu füllen, durch die das Leben in Deutschland auch wirklich verbessert wird. Denn von Plakaten, Zeitungsanzeigen und Fernsehspots wird noch niemand satt, bzw. werden die Barrieren in den verschiedenen Bereichen noch nicht überwunden. Und genau hier sind nun auch die Behindertenverbände gefordert. Wenn wir wollen, dass wir in einer solidarischen, gerechten, integrierenden oder vielfältigen Gesellschaft leben, müssen wir uns auch einmischen und den Schwung dieses neuen Projektes nutzen. Denn die Gefahr ist auch hier groß, dass schnell über die Köpfe der Betroffenen geredet und gehandelt wird. Der Start für das Projekt war in dieser Hinsicht ganz gut, waren doch bei der Eröffnung viele behinderte Menschen dabei und kamen auch in Wort und Bild zu Wort. Dies muss nun in die tiefe Praxis des Projektes einsickern. Mischen wir uns also ein und streiten wir für die Gesellschaft, in der wir leben wollen. omp Link zum Gesellschafter-Projekt 

 
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