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kobinet-nachrichten
19.03.2006 - 10:46
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org
Turin (kobinet) Neuer Paralympics-Sieger im Schlittenhockey wurde gestern Abend Kanada mit 3:0 gegen das Team Norwegens, das die Kanadier in der Vorrunde noch mit 4:1 bezwungen hatte. Das deutsche Team musste im kleinen Finale gegen die USA drei Minuten vor der Schlusssirene das entscheidende Gegentor zum 3:4 hinnehmen. Die Zuschauer im Torino Esposizioni erlebten einen wahren Eishockey-Krimi. "Wir haben bis zuletzt gefightet, aber es hat uns das Quäntchen Glück gefehlt", sagte Torhüter Rolf Rabe nach dem Spiel. "Gegen die Amerikaner zu spielen ist für uns nicht einfach", meinte Gerd Bleidorn, "die unterstützen uns und wir kennen uns gut. Vor allem durch die Trainingslager in Colorado sind es echte Freunde geworden." Das Team, dessen Kern aus Hannover stammt, konnte schon nach gut einer Minute über den Führungstreffer jubeln. Über das spannende Spiel sagte Ulf Mehrens, der 1. Vorsitzende des Deutschen Rollstuhlsportverbandes: "Das war Werbung für diese Sportart, was die Jungs hier geleistet haben ist absolute Spitze. Hoffentlich können wir diesen Schwung auch nach Deutschland übertragen."
Trainer Michael Gursinsky beschrieb die Gegentore als individuelle Fehler. "Dass wir am Ende verloren haben, ist wirklich schade, aber wie die Tore gefallen sind, darüber werden wir noch sprechen müssen", sagte er. Nach dem vierten Tor der Amerikaner war Gursinsky volles Risiko gegangen. Über zwei Minuten vor dem Ende der Spielzeit nahm er Rolf Rabe vom Eis, um in Überzahl doch noch den Ausgleich zu erzielen. Aber trotz zweier Chancen wollte das Tor nicht mehr fallen.
Gursinsky sagte nach dem Spiel: "Wir haben uns gut verkauft und hätten der großen Eishockeywelt fast ein Bein gestellt. Wir haben gezeigt, dass wir oben mitspielen können. Wenn wir jetzt noch professioneller werden, dann ist in vier Jahren alles möglich."
Rolf Rabe, der die letzten Minuten von der Bank aus zuschauen musste, war am Ende überglücklich. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, wir sind die viertbesten der Welt und in Vancouver hängt die Medaille um unseren Hals", meinte der Torhüter, der einer der besten Keeper des Turniers war. Am Ende bedankten sich die Deutschen beim Publikum, das die Neulinge im paralympischen Turnier immer wieder angefeuert hatte. sch
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