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kobinet-nachrichten
24.03.2006 - 08:40
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Halle (kobinet) "Behinderte Menschen haben ein Recht darauf, selbstbestimmt zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Was sie dafür benötigen, wissen die Betroffenen oftmals selbst am besten". Diese Ansicht vertrat gestern Gerry Kley, Sozialminister von Sachsen-Anhalt bei der Übergabe des Bescheids für das erste Persönliche Budget in Sachsen-Anhalt. In der Sozialagentur in Halle übergab der Minister gestern den ersten Bescheid für ein Persönliches Budget in Sachsen-Anhalt an Robert Schneider und dessen Eltern als Betreuer aus Kabelsketal im Saalkreis. Der 27-Jaehrige ist der Pressemeldung des Sozialministeriums zufolge der erste behinderte Mensch in Sachsen-Anhalt, der künftig ein monatliches Budget von der Sozialagentur erhält und sich damit die erforderlichen Dienstleistungen wie Hilfen beim Wohnen, Haushaltshilfe, Arbeitsassistenz, Fahrdienste und Rehabilitationssport selbst organisieren und finanzieren kann. "Der Betroffene wird zum Kunden, der Leistungen auf dem Markt aussuchen und wählen kann. Jeder und jede Behinderte sollten deshalb prüfen, ob das Persönliche Budget für sie ein lohnendes Angebot ist, um selbstbestimmter und aktiver das eigene Leben zu gestalten", erklärte Sozialminister Gerry Kley. omp
Gustav Zechmeister schrieb am 25.03.2006, 15:00
Die vorherigen Leserbriefe zeigen schon die Breite von Einschränkungen. Aber es müssen auch die Möglichkeiten verbessert werden, was leider wenige aus den politischen Gremien einsehen werden. Geschenkt wird heutzutage keinem etwas. Wie bei den anderen Forderungen der Selbstbestimmt Leben Bewegung muss hier auch der individuelle Bedarf erkämpft werden. Nutzerinnen und Nutzern des persönlichen Budgets sollten alle Möglichkeiten, positiv und negativ, aufgezeigt werden. Notfalls auch rechtlichen Beistand empfehlen. Nicht jeder Anwalt ist dazu bereit in sozialen Fragen zu verhandeln. Andere Barrieren können einigen den Weg zum Recht versperren.
Also packen wir es an!
Max Mütze schrieb am 24.03.2006, 17:12
Eine Info vor dem jetzt kommenden Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt ist wichtig. Hat der freidemokratische Sozialminister hier ein Beispiel für mehr Selbstbestimmung in die Presse lanciert (wäre gut) oder mit einer "Spar-Schweinerei" versucht, Wählerinnen und Wähler zu betrügen? Das ist die Frage.
Hans-Reiner Bönning schrieb am 24.03.2006, 11:28
Dank Guntram Hoffmann wissen wir jetzt, was der Sozialminister von Sachsen-Anhalt verschwiegen hat:
Rund 200 bis 800 Euro im Monat sollen reichen für "Hilfen beim Wohnen, Haushaltshilfe, Arbeitsassistenz, Fahrdienste und Rehabilitationssport".
Jetzt mal klipp und klar:
- Wieviel Stunden Arbeitsassistenz sollen davon bezahlt werden?
- Wieviele Fahrdienstfahrten?
- Welche Arbeitsstunden sind mit Hilfen beim Wohnen, Haushaltshilfe, Rehasport gemeint ?
Wie hoch wären im Vergleich die Kosten für entsprechende Sachleistungen ? - Also das Geld, was bisher von den Ämtern an den Fahrdienst, an den Arbeitgeber der Arbeitsassistenz usw. gezahlt hat ?
Erst dann wird deutlich, ob mit diesem Persönlichen Budget tatsächlich mehr Selbstbestimmung und Teilhabe erreicht wird - oder nur eine Spar-Schweinerei.
Bitte dringend um mehr Infos - hier bei kobinet !!!
Guntram Hoffmann schrieb am 24.03.2006, 10:58
Ich denke schon, daß die Einführung des Persönlichen Budget ein guter Meilenstein in der Behindertenpolitik ist, schließlich haben ja wir Behinderten dieses Instrument mit gefordert.
Das Wichtigste verschweigt leider dieser Beitrag (und auch der große in einer unserer großen Tageszeitungen) die vom Land festgesetzte Höhe dieses Budgets. Sie liegt zwischen 271,- Euro und 816,- Euro monatlich! Was für Leistungen kann man sich dafür leisten?
Plausibel und funktionstüchtig wäre es wohl, kämen die Gelder zu den jetzigen Leistungen hinzu. Aber so dürfte sich wohl für viele am Grundübel nichts andern. Mal sehen, was daraus wird!
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