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29.03.2006 - 18:46

Bonus-Malus-System: Chronisch Kranke fürchten zu geringe Dosierung.

Düsseldorf (kobinet) Chronisch kranke und behinderte Patienten werden zunehmend von ihren Ärzten weggeschickt, weil die Mediziner bei der Verschreibung von Medikamenten Einbußen durch die so genannte Bonus-Malus-Regelung fürchten. Rückmeldungen dieser Art erhält derzeit die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Darauf machte heute der Dachverband der Selbsthilfeverbände chronisch kranker und behinderter Menschen aufmerksam. Dabei ist das Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG) noch gar nicht in Kraft getreten. Stichtag dafür ist der 1. April 2006. Allerdings wird das AVWG am 8. April 2006 erst noch im Vermittlungsausschuss beraten, ehe es verbindlich in Kraft treten kann. Die Bonus-Malus-Regelung ist eine der geplanten Einsparungsmaßnahmen im Gesundheitswesen und sieht vor, dass bestimmte Medikamente im Rahmen einer Therapie in einer durchschnittlich errechneten Tagesdosis verschrieben werden dürfen. Hält sich der verschreibende Arzt an diese Dosis oder liegt er gar unter der Dosierung, bleibt das ohne Konsequenzen oder wird belohnt. Verschreibt er aber eine höhere Tagesdosis, muss er die Differenz selbst zahlen. "Bestimmte Patienten sind aufgrund ihrer besonderen Erkrankung auf eine besonders hohe Dosierung eines Medikaments angewiesen," erklärte Dr. Martin Danner, gesundheitspolitischer Referent der Organisation. "In diesem Fall bleibt den Ärzten nur, die Kosten selbst zu tragen oder den Patienten weniger zu geben, als sie brauchen." sch 

 
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