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10.04.2006 - 06:22

U-Bahn-Einstieg in Wien verbessert.

Wien (kobinet) Die Wiener Linien und das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben BIZEPS haben eine einfache und relativ kostengünstige Lösung gefunden, die jetzt auf der U-Bahn-Linie 6 zwischen Floridsdorf und Siebenhirten den Einstieg für alle Fahrgäste verbessert. Martin Ladstätter berichtet heute auf BIZEPS-INFO über dieses Beispiel einer schon längeren Zusammenarbeit zwischen Verkehrsunternehmen und Behindertenverband. Als besonders schwierig hat sich das Thema Altbestand an Fahrzeugen herausgestellt. Wie können kosteneffizient alte Fahrzeuge nachgerüstet werden und welche finanziellen und technischen Grenzen sind gegeben, waren nur einige der auftretenden Fragen. Werden neue Züge für die Wiener Metro mit Einstiegshilfen ausgestattet, so sind die vorhandenen U-Bahn-Garnituren durchweg so gebaut worden, dass massive Eingriffe in die Konstruktion entweder Unsummen verschlingen würden oder technisch nicht möglich sind. Doch bei der U6 wurde eine Lösung vereinbart, die einfach und doch hilfreich ist. Wenn ein bestehendes Fahrzeug nicht grundsätzlich umgebaut werden kann, müsste es doch möglich sein, außen an dem Fahrzeug eine Leiste anzubringen, so die Ausgangsüberlegung. Dabei war zu berücksichtigen, dass die Stationen der U6 sehr unterschiedliche Spaltbreiten zwischen Fahrzeug und Bahnsteig haben. Eine solche Leiste musste exakt konstruiert werden, damit sie bei Einfahrt in den Bahnhof nicht gleich abgerissen wird. Eine weitere Vorgabe war, dass die Leiste beim Überqueren das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste stärken muss. Außerdem sollte die Leiste durch Abschrägung ein besseres Einfahren in den Wagen ermöglichen. All diese Anforderungen beeinflussten die Form, Farb- und Oberflächengestaltung der schlussendlich gewählten Leiste aus Hartgummi. 

 
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Foto zeigt Station, wo Spalt noch zu breit bleibt
Hier ist noch Hilfe nötig © BIZEPS

"Diese nur scheinbar simple Lösung hat viel Arbeit verursacht und die Wiener Linien sind zu Recht über diese Qualitätssteigerung stolz, die allerdings auf Grund der Türsituation nur bei der U6 eingesetzt werden kann. Die knallgelbe Gummileiste wird bei allen 78 Garnituren der U6 angebracht - und zwar bei jeder Tür. So ist gesichert, dass von dieser gemeinsam entwickelten Spaltverringerung alle Fahrgäste profitieren", so Ladstätter.

Das Ausmaß der Verbesserung ist allerdings noch stationsabhängig.
Der sehr unterschiedlich breite Spalt an den einzelnen Stationen wird mit dieser Leiste um sechs Zentimeter verringert, der Niveau-Unterschied zwischen Fahrzeug und Bahnsteig "angerampt". Es gibt nun in Zukunft Stationen, die leicht und selbständig benutzbar sind. Einige werden wegen des noch verbleibende Restspalts für viele Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe unüberbrückbar sein. sch
 

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