
Berlin (kobinet) Zur Stunde treffen sich VertreterInnen des Deutschen Behindertenrates mit Arbeits- und Sozialminister Franz Müntefering zur Sondierung der zukünftigen Aktivitäten in der Behindertenpolitik. Der Vizekanzler hat dazu die VertreterInnen ins Bundesarbeitsministerium geladen. "Ich freue mich, dass Franz Müntefering den Kontakt zum Deutschen Behindertenrat sucht, denn damit führt er eine Tradition fort, die Arbeitsminister Walter Riester begründet hat. Als Ergebnis hatten wir damals das SGB IX und das Behindertengleichstellungsgesetz. Ich hoffe daher, dass auch dieses Treffen mit Franz Müntefering eine Reihe von Verbesserungen für behinderte Menschen zur Folge hat. Das Antidiskriminierungsgesetz ist beispielsweise längst überfällig und zwar so, dass sämtliche benachteiligte Gruppen erfasst werden", erklärte Martina Puschke im Vorfeld der heutigen Beratung mit dem Arbeitsminister. Neben Martina Puschke nehmen eine Reihe weiterer VertreterInnen des Deutschen Behindertenrates an dem Treffen teil. Für Karl Miederer von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ist es von zentraler Bedeutung, dass endlich die Türen für behinderte Menschen für eine Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weiter geöffnet werden. Das know how behinderter Menschen selbst müsse verstärkt in der Ausbildung und Vermittlung behinderter Menschen genutzt werden. "Vor allem müssen die bürokratischen Hürden abgebaut werden, die behinderte Menschen förmlich in die Werkstätten für behinderte Menschen drängen", so Karl Miederer vor dem Treffen. Im Rahmen eines Wahlkampfbesuches in Rheinland-Pfalz hatte Franz Müntefering bereits große Offenheit für Reformen in diesem Bereich gegenüber der Mainzer Behindertenbeauftragten Marita Boos-Waidosch geäußert. omp