Von Prof. Dr. Eckhard Rohrmann Marburg/Lahn (kobinet) Die Sozialhilfestatistik für das Jahr 2004 ist am 26. April vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht worden. Eine Auswertung der Eingliederungshilfestatistik zeigt: Im Vergleich zum Vorjahr hat zwar der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger außerhalb stationärer Einrichtungen zugenommen, der auf sie entfallende Anteil an den Gesamtausgaben jedoch nicht. Die Konsequenz: Sie erhalten im Durchschnitt pro Kopf noch weniger, als im Vorjahr, während im Heimgeschäft weiterhin Milliardenumsätze gemacht werden. Die Zahlen im Einzelnen: Empfängerinnen und Empfänger Von den rund 590.000 Empfängerinnen und Empfängern am Ende 2004 lebten knapp 400.000, also zwei Drittel hinter stationären Mauern, nur knapp 200.000 lebten außerhalb des stationären Bereichs. Im Vergleich zum Vorjahr ist damit ein Rückgang der Empfängerinnen und Empfänger insgesamt von 603.338 auf knapp 586.668 um knapp 3 Prozent zu verzeichnen. Dieser Rückgang erfolgte allein zulasten des stationären Bereichs. Hier betrug der Rückgang 27 Prozent (von 437.620 auf 392.941), während es im außerstationären Bereich sogar zu einem Zuwachs von 17 Prozent (von 165.718 auf 193.727) kam. Soweit die gute Nachricht. Die Ausgabenseite Weniger erfreulich ist, dass die Relationen bei den Ausgaben, die insgesamt von 11 Milliarden Euro auf 11,5 Milliarden Euro gestiegen sind, unverändert geblieben sind. Wie in den Vorjahren fließen 93 Prozent der jährlichen Ausgaben für Eingliederungshilfe für Behinderte in den stationären Sektor nur 7 Prozent erhalten Betroffene außerhalb von Einrichtungen. Nach wie vor werden also 93 Prozent der Mittel für die Eingliederungshilfe als Ausgliederungshilfe missbraucht. Die Leistungen pro Kopf Wenn der Anteil der Empfängerinnen und Empfänger außerhalb von Einrichtungen steigt, der an sie geleistete Anteil der Leistungen hingegen konstant bleibt, bedeutet das, dass für Insassen stationärer Einrichtungen mehr und für die Anderen weniger pro Person ausgegeben worden ist. In der Tat: Für Empfängerinnen und Empfänger außerhalb von Einrichtungen sank dieser Betrag um 3 Prozent (144 Euro) von ohnehin schon geringen 4.531 Euro auf 4.387 Euro, während im stationären Bereich ein rasanter Anstieg von 23.260 Euro auf 27.070 Euro stattgefunden hat, das entspricht einer Steigerung um 16 Prozent (2.810 Euro). omp