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kobinet-nachrichten 12.05.2006 - 12:04
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http://www.kobinet-nachrichten.org

Weg vom medizinischen Modell

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Jena (kobinet) Auch im Bereich der Prävention im Gesundheitswesen ist ein Paradigmenwechsel weg vom medizinischen, hin zum sozialen Modell von Behinderung überfällig. Das ist eine der zentralen Forderungen einer vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Tagung zur gesundheitlichen Aufklärung und Prävention, die die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführt hat. Unter dem Motto: "und bleiben Sie schön gesund ..." hatte die ISL sich im Rahmen einer bundesweiten Tagung mit Methoden und Strategien für eine erfolgreiche gesundheitliche Aufklärung und Prävention beschäftigt. "Bei der Tagung ist deutlich geworden, dass wir dringend auch im Bereich der Prävention und Gesundheitspolitik einen Paradigmenwechsel benötigen. Dieser muss weg vom reinen Defizitblick gehen, der meist bei behinderten Menschen angesetzt wird, und hin zur Umsetzung des sozialen Modells von Behinderung gehen. Das muss bereits in der Ausbildung von MedizinierInnen beginnen, damit sich zwischen Arzt und Patient ein Verhältnis auf gleicher Augenhöhe entwickeln kann", so Barbara Vieweg. Die Selbstbestimmt Leben Bewegung behinderter Menschen habe gerade im Bereich der Prävention eine Menge zu bieten, denn diese vertrete ein anderes Bild von Behinderung. "Wir stellen das positive, als dass, was wir mit unseren Einschränkungen noch bewegen können, in den Mittelpunkt. Wir setzen auf die Information und den Austausch der Menschen, sowie auf Selbstverantwortung. Vor allem setzen wir darauf, dass behinderte und chronisch kranke Menschen einen größtmöglichen Handlungsraum bekommen - also auf empowerment. Und das hat sich bereits für viele bewährt", so Barbara Vieweg. Daher wolle sich die ISL zukünftig massiv in die Entwicklung des Präventionsgesetzes einmischen, damit endlich auch eine andere Sicht der Dinge zum Tragen komme. omp 

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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Gustav Zechmeister schrieb am 12.05.2006, 14:36

Dialog im Paradigmenwechsel

Die ganzen Vorschläge und Bonusangebote von Krankenkassen zur Prävention oder der Erhaltung der Gesundheit nützen nicht viel, wenn das Bewusstsein für den eigenen Körper nicht von grundauf verändert wird. Was bringen einem Menschen mit Lernschwierigkeiten mit einer Refluxerkrankung die Verbote ihrer Pommes rot/weiß, die ein liebgewonnenes Grundnahrungsmittel werden. Leberkranke, die ihr Schnitzel mit Pommes und das Bier und der Kurze dazu dürfen auch nicht fehlen.
Ein Gespräch mit einem Hinweis auf die Folgen der Nichtbeachtung einer Diät oder einem Verzicht auf einige in dieser Beziehung schädlichen Genuss- und Lebensmittel, kann vieles bewirken.
Voraussetzung ist natürlich die Bereitschaft zu einem Gespräch und die positive Art der Gesprächsführung!

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