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kobinet-nachrichten
19.05.2006 - 08:20
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Brüssel (kobinet) Dass gerade auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten ein lebenslanges Lernen äußerst wichtig ist, das machte Josef Ströbl von Mensch zuerst auf einer noch bis Samstag in Brüssel stattfindenden internationalen Konferenz von Inclusion Europe deutlich. Die Dachorganisation von und für Menschen mit Lernschwierigkeiten hat vom 18. - 20. Mai zu der Tagung Learning all our Lives eingeladen und damit ein Thema aufgegriffen, dass Josef Ströbl besonders wichtig ist. Der Mann mit Lernschwierigkeiten, der mit seinem Aktiv-Werden in der People First Bewegung, der Selbstvertretungsbewegung von Menschen mit Lernschwierigkeiten, in vieler Hinsicht erst so richtig aufgeblüht ist, tritt vehement dafür ein, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten auch in höherem Alter mehr Chancen zum Lernen bekommen. "Als Kinder wurde uns oft wenig zugetraut und wir hatten wenig Chancen in der Schule zu lernen, was für uns wichtig ist. Wir lernen oft auch viel langsamer als andere. Deshalb ist es für uns besonders wichtig, dass wir unser ganzes Leben lang echte Möglichkeiten bekommen, dazu zu lernen. Der will lernen, besser lesen und schreiben zu können und für jemand anderes ist es vielleicht wichtig, kochen oder einkaufen zu lernen. Das muss uns gleichberechtigt möglich gemacht werden", erklärte Josef Ströbl am Rande der Konferenz gegenüber den kobinet-nachrichten. Für ihn selbst sei die Mitarbeit bei Mensch zuerst - dem Netzwerk People First Deutschland sehr wichtig, denn da lerne er täglich etwas Neues und bekomme viel Unterstützung, auch Neues ausprobieren zu können. Vor allem findet Josef Ströbl gut, dass Inclusion Europe das Thema jetzt auch auf europäischer Ebene aufgreift, denn viel Geld werde von Brüssel aus für Bildungsprogramme und Modellprojekte ausgegeben. "Wir wollen, dass dieses Geld so eingesetzt wird, dass wir Menschen mit Lernschwierigkeiten auch gleichberechtigt an solchen Veranstaltungen und Schulungen teilnehmen können", so Josef Ströbl. Und dabei ist der Streiter für leichte Sprache auch schon wieder bei seinem Lieblingsthema: "Man muss dabei vor allem auch darauf achten, dass es mehr Informationen und Angebote in leichter Sprache gibt. Davon haben alle etwas", so Josef Ströbl. omp
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