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kobinet-nachrichten 15.12.2003 - 14:00
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Junge Menschen unterstützen das ZAG

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Annweiler (kobinet) Junge Menschen, die sich politisch engagieren, können eine Menge bewegen. Dies zeigt der Beitragl von Nora Sties, die seit gut einem halben Jahr für die Aufnahme behinderter Menschen in das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz streitet. von Nora Sties «Eher zufällig als geplant, besuchte ich diesen Sommer in Bremen die vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter - bifos e.V. - veranstaltete Sommeruni unter dem Motto Behinderung neu denken. Ebenso zufällig lernte ich dort in der S-Bahn Ottmar Miles-Paul kennen. Der größte Zufall jedoch war, dass es mich in das offene Diskussionsforum zur Kampagne für die Aufnahme von behinderten Menschen in das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz verschlug. Damit allerdings hörten die Zufälle auch schon auf. Sehr schnell begriff ich die unmittelbaren Vorteile, die sich aus der Möglichkeit des Antidiskriminierungsgesetzes ergeben und ebenso schnell wurde mir klar, dass es kein Gesetz geben würde, ohne Bürger, die sich dafür einsetzen. Mit Ottmar an unserer Seite hatte ich den Eindruck, dass wir eine Chance hätten. Wieder Zuhause in Annweiler im Pfälzer Wald angekommen, überlegte ich, wie ich mich wohl nützlich machen könnte. Am wichtigsten erschien es mir zunächst, die Kampagne publik zu machen. Daher schrieb ich verschiedene kleine Artikel und Leserbriefe für Behindertenmagazine und Online-Foren. Sobald die Schule wieder losging, suchte ich unter meinen allesamt nichtbehinderten Mitschülern einige sorgfältig ausgewählte engagierte Personen aus und ernannte sie zu selbständigen Kampagnenvertretern. Ich stellte einiges Material, wie Unterschriftenlisten, Diskriminierungsbeispiele und Argumentationshilfen zusammen und ließ es ihnen zukommen. Was meine Freunde im Einzelnen unternahmen, um auf die Kampagne aufmerksam zu machen und Unterstützer zu finden, blieb ihnen überlassen. Wie die Kampagne, besonders bei mir an der Schule lief, hat mich völlig umgehauen. Unzählige Jugendlich sind auf mich zu gekommen, wollten sich informieren und helfen. Von Studenten aus Frankfurt, München und Köln bekam ich aufmunternde Mails und sogar unsere Direktorin sprach mir ihre Unterstützung zu. Insgesamt sammelten wir etwa 500 Unterschriften und bekamen Antwort von drei Bundestagsabgeordneten. Ich selbst sendete einen Brief zusammen mit den Unterschriften an unsere Landrätin, unseren Ministerpräsidenten und unseren Bundestagsabgeordneten, hielt eine Rede vor der Juso-Versammlung und auf einem Jugendpressekongress. Manchmal bekamen wir ausweichende, manchmal nette, manchmal positive, manchmal negative und manchmal gar keine Antworten. Trotzdem glaube ich, dass wir gemeinsam etwas bewirken konnten und ich hoffe, dass sich an anderen Orten andere Menschen mit dem gleichen Engagement einsetzen wie meine Freunde. Schließlich haben wir mit dem Empfang unseres Wahlrechtes auch die Pflicht zur politischen Partizipation und Mitgestaltung bekommen. Außerdem obliegt es unserer Verantwortung angebrachte Lebensumstände für all die zu fordern, die sich nicht selbst artikulieren können. Ich hoffe unsere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat ein Einsehen und unterstützt bald ebenfalls das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz. elba  

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