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15.12.2003 - 16:11

Österreich-Konvent tagt.

Wien (kobinet) Groß war die Kritik, dass in den Österreich-Konvent kaum Vertreterinnen und Vertreter von NGOs eingebunden sind. Die Plätze sind größtenteils Politikerinnen und Politikern sowie Mitgliedern der Bundesländer vorenthalten. Um Vertreterinnen und Vertreter von NGOs zumindest ein Mal die Gelegenheit zu geben sich einzubringen, wurde am 15. Dezember 2003 beim Österreich-Kovent im Parlament die Themen «Soziales», «Behinderte», «Minderheiten», «Umwelt» und «Sport» besprochen. Eingeladen wurden NGOs. Die Österreichische Behindertenbewegung fordert schon seit langem die Schaffung einer ausdrücklichen Bundeskompetenz in den Kompetenzartikeln der Bundesverfassung für den umfassenden Themenbereich der Behindertengleichstellung. Dies wurde daher von den Vertreterinnen und Vertretern von Behindertenorganisationen mehrfach erwähnt. «Behinderte Menschen sind tagtäglich in ihrer Existenz bedroht, damit ist nicht 'nur' pränatale Diagnostik, eugenische Indikation und Sterbehilfe gemeint, um ein paar aktuelle Schlagworte zu nennen. Gemeint ist auch die sog. Alltagseuthanasie, d.h. behinderte Menschen sind täglich Diskriminierungen, sowohl struktureller als auch sozialer Art, ausgesetzt, die eine chancengleiche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben verhindern.» erläutert Mag. Silvia Weißenberg von der Lebenshilfe Österreich. Als Staatsaufgaben fordert Hedi Schnitzer (ÖZIV) «gesichertes Grundeinkommen, um den Betroffenen zu ermöglichen, als Kunden aufzutreten», «Barrierefreiheit in allen Bereichen» sowie eine «alleinige Zuständigkeit des Bundes für Behindertenangelegenheiten». Für Dr. Christina Meierschitz (ÖAR) «müssen auf Verfassungsebene Staatsziele vorgegeben und konkrete Staatsaufgaben festgeschrieben werden» sowie grundsätzlich «der Zugang der Selbe wie für nichtbehinderte Menschen sein. Die Nutzung muss selbstbestimmt, ohne besondere Erschwernis und ohne fremde Hilfe, erfolgen können». «Die ÖBB hat zur Zeit zwei Zugtypen für den Nahverkehr, den Talent und den Desiro, in Auftrag gegeben» erläutert Meierschitz in einem Beispiel. «Diese werden vom Bund und den Ländern mitfinanziert. Diese sind für behinderte Menschen nicht barrierefrei zugänglich und benützbar». Und dies, obwohl es sich um Neuankäufe handelt. Derzeit existieren «österreichweit völlig uneinheitliche Niveaus der Behindertengleichstellung und des Diskriminierungsschutzes für behinderte Menschen», so Mag. Michael Krispl Blickkontakt). «Plakativstes Beispiel ist etwa das Baurecht, das derzeit teilweise in Bundes- und teilweise in Landeskompetenz fällt, ja sogar auf Gemeindeebene mitbestimmt wird.» lad 

 
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