Berlin (kobinet) Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, hat heute den Startschuss zur Tätigkeit eines Arbeitskreises für eine teilhabeorientierte Pflege gegeben. Zur konstituierenden Sitzung in Berlin sagte die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete: "Mit dem Arbeitskreis werden wir einen Beitrag zur Umsetzung wichtiger Ziele der Großen Koalition leisten." Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass für die Betreuung und Versorgung pflegebedürftiger, behinderter und alter Menschen ein Gesamtkonzept erarbeitet werden soll. Im Zusammenhang mit der geplanten Pflegereform betont der Vertrag auch die Bedeutung des Grundsatzes "ambulant vor stationär". Aus Sicht der Beauftragten setzt der Koalitionsvertrag damit die richtigen Akzente. "Die effiziente Verzahnung der Bereiche Pflege und Rehabilitation, die für das Leben vieler behinderter Menschen so wichtig wäre, fehlt bisher. Vieles in Pflege und Rehabilitation ist noch zu sehr auf die Einrichtungen, nicht aber auf die betroffenen Menschen ausgerichtet", so Evers-Meyer. In der Vergangenheit hatten bereits verschiedene andere Arbeitsgruppen Positionspapiere zur Zukunft der Pflege vorgelegt. Bisher fehle nach Ansicht der Behindertenbeauftragten jedoch eine Plattform, die den Fokus auf die spezifischen Interessen behinderter Menschen richtet. In dem heute gegründeten Arbeitskreis wird die Behindertenbeauftragte gemeinsam mit den Verbänden behinderter Menschen und der Wohlfahrtspflege Positionen erarbeiten, wie Leistungen zur Pflege für behinderte Menschen und ihre Angehörigen noch flexibler und nutzerfreundlicher gestaltet werden können. Die ersten Ergebnisse wollen die Mitglieder des Arbeitskreises im Herbst vorlegen. sch