
Hollenbach (kobinet) Das Forum selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA e.V.) arbeitet im Arbeitskreis für eine teilhabeorientierte Pflege mit (siehe auch kobinet-nachrichten von 9.55 Uhr). Dies hat für die Selbsthilfeorganisation eine besondere Bedeutung. kobinet sprach heute mit der Vorsitzenden Elke Bartz, die gestern Abend spät von der konstituierenden Sitzung aus Berlin zurückkam. "Als wir die Anfrage bekamen, ob wir im Arbeitskreis mitarbeiten wollen, hatte ich das Gefühl, dass ForseA ein Stück weit angekommen ist", erklärt Bartz. "Die Einführung der Pflegeversicherung ist nämlich der Grund gewesen, warum sich unser Verein gegründet hat". 1994, als die Einführung der Pflegeversicherung bevorstand, hätten sich behinderte Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet getroffen und zunächst eine Arbeitsgruppe gegründet, da sie Befürchtungen hatten, dass die Pflegeversicherung ihnen mehr Nach- als Vorteile bringen würde. "Der Anstoß kam damals von Uwe Frevert, der vor allem auch große Probleme für behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitsgeber sah, die ihre Assistenz selbst organisieren". Dass die Befürchtungen nicht unberechtigt waren, habe dann die Praxis gezeigt. "Damals sind wir nach Bonn gezogen. Wir wollten mit unseren Ängsten angehört werden und besser noch an den Inhalten der Pflegeversicherung mitarbeiten. Von einigen Politikern sind wir ausgelacht und nach Hause geschickt worden", erinnert sich Bartz, die sich mit vielen anderen gedemütigt und diskriminiert gefühlt hatte. Der damals amtierende Behindertenbeauftragte der Bundsregierung hat uns keine Rückendeckung gegeben - im Gegenteil", erinnert sich Bartz. "Es liegen Welten zwischen dieser Zeit, als man unsere Bedürfnisse einfach ignoriert hat, und heute". Nun käme es darauf an, zusammen mit anderen Verbänden unter der Leitung des Teams der Behindertenbeauftragten Karin Evers-Meyer, konstruktiv an den Eckpunkten für eine teilhabeorientierte Pflege mitzuarbeiten. "Es wird sich zeigen, wie weit unsere Arbeit in die Reform der Pflegeversicherung tatsächlich einfließen wird. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir nicht für den 'Papierkorb' in Alibifunktion arbeiten", endet Bartz. omp