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24.05.2006 - 08:22

Ich bin kein Sorgenkind.

Leinefelde (kobinet) Der Bericht in der Kasseler Lokalzeitung HNA mit dem Titel "Hilfe für Sorgenkinder" hat eine rege Diskussion ausgelöst. Für Stefan Göthling von Mensch zuest ist klar: "Ich bin kein 'Sorgenkind'. Ich bin das Kind meiner Eltern. Und wenn die Gesellschaft mir Hilfe und Unterstützung gibt, dann kann ich mein Leben leben wie alle anderen Menschen auch". Sowohl in der Leserbrief-Rubrik der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen als auch bei den Leserbriefen an die kobinet-nachrichten hat der "Sorgenkind-Artikel" einige Reaktionen ausgelöst. Stefan Göthling schrieb zum Beispiel an die HNA: "Samstag kam ich mit dem Zug in Kassel an und hatte ein paar Minuten Zeit zum Umsteigen. Deshalb holte ich mir eine Tageszeitung, um zu sehen, was in Kassel so los ist. Beim Lesen finde ich auf einmal eine Überschrift, an der ich hänge bleibe: 'Hilfe für Sorgenkinder'. 'Hilfe für Sorgenkinder'?! - Habe ich eine alte Zeitung erwischt? Hat die Behindertenbewegung nicht schon seit den 80er Jahren gegen diesen diskriminierenden Begriff 'Sorgenkinder' gekämpft? Und hat nicht die 'Aktion Sorgenkind' ihren Namen im Jahr 2000 endlich geändert und 'Aktion Mensch' daraus gemacht? Das sollten doch auch Firmen, die Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen anbieten, und Zeitungen, die über Menschen mit Behinderungen schreiben, langsam wissen", schreibt der Geschäftsführer von Mensch zuerst - dem Netzwerk People First Deutschland. "Ich bin kein 'Sorgenkind'. Ich bin das Kind meiner Eltern. Und wenn die Gesellschaft mir Hilfe und Unterstützung gibt, dann kann ich mein Leben leben wie alle anderen Menschen auch. Und Sorgen machen alle Kinder manchmal - und das aus unterschiedlichsten Gründen. Wenn so ein Begriff 'Sorgenkind' für Kinder mit Behinderungen benutzt wird, haben sie kaum die Chance, einfach als Kinder gesehen zu werden. Ihr Leben wird als weniger wert betrachtet. Wie sollen sie als Erwachsene dann selbstbewusst werden und als gleichberechtigte Bürger und Bürgerinnen gesehen werden?", fragt Stefan Göthling. omp Link zum Artikel und den Leserbriefen in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen 

 
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