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kobinet-nachrichten 16.12.2003 - 09:01
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Abenteuer in Australien

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München (kobinet) Seit Juni sind die Berliner Journalisten Sigi Arnade (Rollstuhlfahrerin) und Günter Heiden (Fußgänger) auf einer abenteuerlichen Australien-Tour unterwegs, die voraussichtlich in diesem Monat zu Ende geht. Unter www.reisemagazin-grenzenlos.de haben sie schon fünf email-Berichte von «Downunder» veröffentlicht. Zu Beginn wurde ein Toyota Troopcarrier gemietet. Das Auto mit Allradantrieb konnte auch als «Schlafwagen» benutzt werden. «Vorne am Gestänge zum Aufprallschutz haben wir mein Handbike angeschnallt, das mir hilft, einige Wege zu bewältigen, auf denen ich sonst mit dem Rollstuhl scheitern würde. In Australien ist es selbstverständlicher als bei uns, behinderte Menschen bei Planungen mitzudenken, so dass es auch in kleinen Dörfern häufig eine Rollstuhltoilette gibt. Aber je wilder und natürlicher die Umgebung ist, desto unzugänglicher ist sie auch. Das ist in Australien nicht anders als bei uns in Deutschland. Deshalb ist das aufblasbare Kajak, das wir mit uns führen, ein unverzichtbarer Teil unseres Reisegepäcks», mailte Sigi Arnade nach München. Inzwischen haben die Berliner schon viel von Australiens einmaliger Fauna gesehen. In Nationalparks hüpfen Kängurus morgens und abends über die Wege oder kommen bei Dunkelheit auf den Campingplatz. Eine Taschenlampe ist immer griffbereit, um die nachtaktiven Beuteltiere entdecken zu können. «Gepaddelt sind wir dann auf dem Cooper Creek bei Windorah und entdeckten viele Schildkröten im Wasser und an der Ufern, an denen man auch hervorragend campen konnte. Und in der Nähe hatten wir eine Rollstuhltoilette und eine barrierefreie Duschmöglichkeit.» Nach insgesamt zwei Wochen im Outback war beiden wieder nach Küste zumute. In Queensland besuchten sie einige Küstenorte und Nationalparks und nahmen an einer halbtägigen Ausfahrt teil, um Buckelwale zu beobachten. Sie entdeckten dann die Möglichkeit, Strandrollstühle mit großen Ballonreifen auszuleihen in mehreren Küstenorten. Zwei Autostunden von Sydney entfernt war Gelegenheit, in einer Naturparkverwaltung über barrierefreies Naturerleben zu sprechen. «Wir waren davon beeindruckt, wie systematisch man hier Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen in alle Planungen einbezieht. So werden Naturvideos grundsätzlich untertitelt, die Homepage der Nationalparkverwaltung ist barrierefrei auch durch sehbehinderte und blinde Menschen nutzbar, und alle neuen Toilettenanlagen enthalten eine barrierefreie Kabine. Besonders fasziniert waren wir von dem umfangreichen und detaillierten ‚Disability Action Plan' zur Umsetzung des australischen Gleichstellungsgesetzes. Alle staatlichen Stellen sind verpflichtet, solche Pläne zu erstellen. Wir sind überzeugt davon, dass entsprechende Bestimmungen auch die Gleichstellungsbemühungen in Deutschland voranbringen könnten.» sch  

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