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31.05.2006 - 12:03

Aktionen gegen Föderalismusreform.

Jena (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ruft zu Aktionen gegen die Förderalismusreform auf. Die "Reform" gefährde wichtige Errungenschaften in der Behindertenpolitik und öffne der Kleinstaaterei in diesem Bereich wieder Tür und Tor. "Wichtige Errungenschaften, die den Paradigmenwechsel der Behindertenpolitik symbolisieren und für die wir lange hart gekämpft haben, werden durch die Föderalismusreform plötzlich durch die Hintertür auf andere Ebenen verlagert und damit für behinderte Menschen zerfleddert und unkalkulierbar. Daher stellt die geplante Föderalismusreform einen fundamentalen Rückschritt in der Behindertenpolitik dar, dem wir uns konsequent entgegen stellen müssen", erklärte Barbara Vieweg, Bundesgeschäftsführerin der ISL. Die Organisation ruft daher zu Aktionen und intensiver Lobbyarbeit gegen diese "Reform" auf. "Rufen Sie Ihre Bundes- und Landtagsabgeordneten von CDU, CSU und SPD vor Ort an und fordern Sie diese auf, der geplanten Föderalismusreform so nicht zuzustimmen. Schreiben Sie E-Mails, Briefe oder Faxe an Ihre Abgeordneten und besuchen Sie Veranstaltungen der Union und SPD, um auf die Probleme aufmerksam zu machen", appelliert Barbara Vieweg von die ISL. Am Freitag stehen bei den derzeitigen gemeinsamen Anhörungen des Bundestags und Bundesrats die sozialen Fragen der Föderalismusreform auf der Tagesordnung. Die Verlagerung der Zuständigkeiten im Rahmen des Heimrechtes und des Sozialgesetzbuch IX, sowie die Verlagerung der Förderung des Öffentlichen Personennahverkehrs und für die Gaststättenkonzessionen auf die Länder öffne Tür und Tor für die Aufweichung bisheriger Standards bzw. zum Abbau von Leistungen. Dem müsse entschieden entgegen getreten werden. "Besonders ärgerlich ist auch, dass im Hauruckverfahren für diese äußerst wichtige Veränderung behinderte Menschen so gut wie keine Möglichkeit zur Stellungnahme hatten. So kann man mit BürgerInnen nicht umgehen", kritisierte Barbara Vieweg. omp 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 01.06.2006, 22:44

AKTIONSBÜNDNIS ...

gegen diese "Reform" schaffen, statt dass Mahnungen von Behindertenorganisationen oder Mandatsträger kommen - immer diese "Eigene-Suppe-Kocherei" ...

Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 01.06.2006, 19:58

AKTIONSBÜNDNIS ...

gegen diese "Reform" schaffen, statt dass Mahnungen von Behindertenorganisationen oder Mandatsträger kommen - immer diese "Eigene-Suppe-Kocherei" ...

Dipl.-Soz.Arb. Uwe Heineker schrieb am 01.06.2006, 17:48

Und schon wieder tut sich ...

... ein neues Gesetzesbollwerk auf, gegen dem erneut erneut Widerstand geboten werden muss - wo bleibt denn da noch der so gut gepriesener sogenannter Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik. Denn was hier passiert: ein Schritt vorwärts - und mehr als zwei Schritte zurück. Also Leute: AUFGEPASST - und Politiker endlich wachrütteln, welchen Unsinn sie da verzapfen !

Stephan RA Koehl schrieb am 31.05.2006, 15:00

Wehret den Anfängen!

Wieder mal werden Begrifflichkeiten verwendet ("Föderalismusreform"), die auf den ersten Blick dem gesellschaftspolitischen Fortschritt dienen sollen, faktisch aber die Gefahr bergen, eine zukunftsorientierte Behindertenpolitik kaputt zu reformieren.
Wir Behinderten, die alle darauf angewiesen sind und engagiert darauf hinarbeiten, das sich unsere Lebensverhältnisse verbessern, müssen nun gemeinsam aufstehen und den Politikern verdeutlichen, wie
kontraproduktiv sich die "Föderalismusreform" auf eine humanorientierte Behindertenpolitik auswirken wird.
Eine weise Politik tut gut daran, nach dem römischen Kaiserspruch "divide et imperat" (in leichter Sprache: teile und herrsche) zu handeln.
Anscheinend ist derzeit mal wieder dieses Augenmaß verloren gegangen.
Deshalb als Fazit: NICHT OHNE UNS ÜBER UNS!!!

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