
Frankfurt a.M. (kobinet) Im Kaisersaal des Frankfurter Römer zeichnete heute Sozialdezernent Franz Frey (SPD) barrierefreie und behindertenfreundliche Betriebe aus. Die Stadt Frankfurt vergibt diesen Preis alle zwei Jahre. Die diesjährigen Preisträger sind das Frankfurter Dialogmuseum, der Kinderzirkus Zarakali und die Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens FRAPORT. Die Jury, bestehend aus Frankfurter Stadtverordneten, der Behindertenbeauftragten Friderike Schlegel und der Vorsitzenden der Frankfurter Behindertenarbeitsgemeinschaft (FBAG) Sabine Eickmann, vergab den ersten Preis an das Dialogmuseum, in dem keine Sammlung ausgestellt ist. Im Gegenteil, es ist nichts zu sehen aber um so mehr zu entdecken. Sehende werden von blinden Menschen durch die Dunkelheit geführt. Die gewohnten Rollen des Alltags werden vertauscht. «Durch diesen Dialog im Dunkeln werden Barrieren in den Köpfen abgebaut», sagte Klara Kletzka, Geschäftsführerin des Museums. Die Museumsbesucher werden herausgefordert sich darauf einzulassen, aktiv zu werden, Ihre Sinne zu schärfen, Rollen zu tauschen und neue Perspektiven einzunehmen. Von den 36 Beschäftigten des Dialogmuseums sind 24 behindert. Mit dem zweiten Preis wurde der Kinderzirkus Zarakali ausgezeichnet, in dem behinderte und nichtbehinderte Kinder in einem Zirkuszelt klassische Zirkusdisziplinen wie Trapez, Drahtseil, Kugel, Stelzen, Einrad, Akrobatik, Jonglage und Trampolin gemeinsam erlernen. In authentischer Zirkusatmosphäre wird dort einmal im Jahr ein komplettes Zirkusprogramm öffentlich aufgeführt. Die diesjährige Zirkusaufführung findet am 24./25. Juni und am 2./3. Juli statt, jeweils um 15.00 Uhr in der Platenstraße 79, im Frankfurter Stadtteil Ginnheim. Die Firma FRAPORT AG wurde in diesem Jahr dritter Preisträger. Öffentlich hervorgehoben wurde damit das Engagement des privaten Wirtschaftunternehmens bei der Schaffung von Arbeitsplätzen für behinderte Menschen und für den barrierefreien Ausbau des Frankfurter Flughafens. Die FRAPORT beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter, davon derzeit 858 behinderte Menschen. In seiner Laudatio wies Stadtrat Frey darauf hin, dass in Frankfurt rund 85.000 Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis leben. Schon deshalb sehe sich die Stadt Frankfurt in der Pflicht, Barrieren in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen abubauen. «Dies tun wir nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln und den öffentlichen Gebäuden, sondern 10 Prozent der städtischen Arbeitsplätze sind derzeit mit behinderten Mitarbeitern besetzt», erklärte Frey. Bei einer von der alten Bundesregierung reduzierten Pflichtquote von 5% beschäftigt dagegen die Privatwirtschaft derzeit nur 3,4% behinderte Menschen. hjr