
Leipzig (kobinet) Um eine "etwas andere" Fußballweltmeisterschaft geht es unter anderem in der morgigen Sendung (ab 11.15 Uhr) des MDR-Magazins "selbstbestimmt - Leben mit Behinderung". "Keine Frage - 2006 ist das Jahr des Fußballs in Deutschland. Doch unser Land ist nicht nur Austragungsort der Fußball-WM, hier findet auch die etwas andere Fußballweltmeisterschaft statt. Vom 26. August bis 17. September kämpfen Sportler mit so genannter geistiger Behinderung um den Weltpokal. 16 Nationen werden teilnehmen und natürlich auch die deutsche Nationalelf. Auch ein Sportler aus Sachsen Anhalt hat es bis ins deutsche Nationalteam um Trainer Willi Breuer geschafft - der 22-jährige Ronny Kasper, der einzige Spieler aus Ostdeutschland" heißt es in der Vorankündigung des Senders. Ein Kamerateam hat Ronny Kasper auf seinem Weg in die Nationalmannschaft, beim Trainingslager in Mallorca und bei seinem ersten großen Spiel als Nationalspieler gegen die Landesauswahl Sachsen Anhalt begleitet. Um "Klamotten und Schmuck" von Jennifer Sonntag geht es in einem weiteren Beitrag. Denn darauf legt die 27-jährige Sozialpädagogin besonderen Wert. Gerade weil sie seit vier Jahren nicht mehr sehen kann, ist ihr das Aussehen besonders wichtig. Ihre Welt ist die "Gothic-Szene". Am Berufsförderungswerk in Halle, dem einzigen in den neuen Bundesländern, das sich für einen beruflichen Neuanfang von Blinden und Sehbehinderten engagiert, begleitet Jennifer Sonntag ein eigenes Projekt: Erlebniswelten. Es richtet sich an Blinde und Sehende gleichermaßen mit dem Ziel, für das unterschiedliche Erleben der Umwelt zu sensibilisieren. In der Sendung werden weiterhin ein blinder Informatikstudent der Fachhochschule in Senftenberg und der fahrende Circus Bombastico, der seit 1993 bekannt ist für seine Projekte mit behinderten Menschen, vorgestellt. Das Magazin wird von Elke Bitterhof moderiert. elba Weitere Sendetermine sind: der 31. Juli 2006 um 8.30 Uhr im MDR der 5. August 2006 um 10.45 Uhr im RBB der 10. August 2006 um 14.15 Uhr in 3sat der 11. August 2006 um 3.55 Uhr in 3sat
Luis Zubizarreta schrieb am 28.07.2006, 22:45
Unsere Mitmenschen werden von uns oft gegen ihren Willen als Geistigbehinderte abgestempelt. Die WM 2006 sollte die Organisatoren und auch den MDR dazu bewegen , endlich sich von dem diskriminierenden und falschen Beinamen "Geistigbehindert" deutlich und ernsthaft zu distanzieren. Die Lebenshilfe Österreich hat es uns vorgemacht und diesen Beinamen für immer abgeschafft. Es ist mehr als eine Zumutung, dass wir als Gastgeberland auch noch Mitmenschen , die wir zu uns einladen mit dem Beinamen "Geistigbehindert" bei uns willkommen heißen. Die WM ist eine Chance für Integration und Abschaffung von Barrieren.
Bei dem Namen fängt es an!
Mit freundlichem Gruß
Luis Zubizarreta
Schulleiter a. D.