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03.06.2006 - 14:08

Cannstatter Zuckerle.

Von Johann Norbert Kreiter Stuttgart (kobinet) Cannstatter Zuckerle, normalerweise ist das der Name eines Weines, der aus den Weinlagen des Stuttgarter Stadtteils Bad Cannstatt kommt, aber seit einer Woche könnte man auch den Bahnhof des Stadtteils als "Zuckerle" bezeichnen. Er war sehr lange ein Stiefkind, wenn es um das Thema Barrierefreiheit geht. Gerade rechtzeitig zum Beginn der Fußballweltmeisterschaft wurde der Bahnhof mit Aufzügen zu jedem Bahnsteig ausgestattet, die auch dem blinden Reisenden sowohl durch Brailleschrift als auch durch eine sympathische Fahrstuhlansage bei der Orientierung helfen. Durch große Piktogramme geleitet, kann sich auch ein Sehbehinderter den passenden Weg suchen. Ein Manko gibt es allerdings: In der Bahnhofshalle fehlen noch die gefrästen Leitlinien. Das Behinderten-WC, das sich auf der linken Seite im Eingangsbereich befindet, ist kein Sanitärbereich, der nur nach Nirostastahl aussieht, sondern er ist gut ausgestattet und mit Euroschlüssel zugänglich. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit, sich von der benachbarten Toilettenfrau aufschließen zu lassen. Bloß gut, dass es WM-Spiele in Stuttgart gibt, denn sonst hätten die Cannstatter noch wer weiß wie lange auf diesen Umbau warten müssen. Der Bahnhof hat an beiden Seiten je zwei Rollstuhlparkplätze und ist folglich von beiden Seiten zugänglich, wobei ehrlicherweise gesagt werden muss, dass es sich bei der Rampe auf der Nordseite noch um ein Provisorium handelt, das laut Aussage des Leiters des Bahnhofsmanagements Stuttgart in Etappen umgebaut wird. Ein zusätzliches Plus stellt der Service des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) und der SSB dar, die im Internet gezielte Informationen für Fahrgäste mit Behinderung zur Verfügung stellen. Außerdem gibt es auch eine Infobroschüre der Stuttgarter Straßenbahn AG (SSB) mit dem Titel "Ungehindert mobil", die sowohl behinderten Nutzern als auch älteren Menschen ein Hilfe bei der Suche nach barrierefreien Haltestellen im öffentlichen Angebot von Bus und Bahn ist. Sie enthält auch einen Faltplan mit allen Haltestellen, die für Rollstuhlfahrer nutzbar sind. Ein weitere hilfreicher Service der SSB ist ein Fahrplan für blinde Fahrgäste, der gerade für Gäste, die wenig ortskundig sind, eine nicht zu unterschätzende Hilfe darstellt. sch www.aktive-behinderte.de  

 
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