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23.06.2006 - 19:16

Wir kämpfen für unsere Rechte.

Kassel (kobinet) "Wir kämpfen für unsere Rechte", unter diesem Motto veranstaltet Mensch zuerst derzeit in Kassel ein zweitägiges Seminar mit JuristInnen und Menschen mit Lernschwierigkeiten zur Umsetzung der Antidiskriminierungsrichtlinien der Europäischen Union. Das Seminar basiert auf einer Initiative von Inclusion International Europa, der Dachorganisation von Menschen für und mit Lernschwierigkeiten, die sich im Rahmen eines EU-Projektes um die Umsetzung der arbeitsrechtlichen Aspekte der EU-Antidiskriminierungsrichtlinien kümmert. Mensch zuerst - das Netzwerk People First Deutschland - arbeitet in diesem Projekt mit und hat zusammen mit den Juristen Horst Frehe von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland und Ullrich Hellmann von der Bundesvereinigung Lebenshilfe das Schulungsseminar organisiert. "Bei diesem Seminar geht es einmal darum, mehr darüber zu erfahren, was die EU-Richtlinie für uns bedeutet und wie das mit dem Gleichbehandlungsgesetz genau aussehen würde. Andererseits beschäftigen wir uns damit, wie die Rechte dann umgesetzt werden können", erklärte Stefan Göthling, Geschäftsführer von Mensch zuerst am Rande des Seminars. Interessant sei vor allem die Frage, ob auch behinderte Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten, von den Antidiskriminierungsbestimmungen konkret profitieren werden. "Wenn das nicht so ist, dann haben wir ein Problem. Denn das würde heißen, dass die Antidiskriminierungsrichtlinie der EU für alle gilt, nur nicht für uns Menschen mit Lernschwierigkeiten. Das wäre schlichtweg nicht hinnehmbar", so Stefan Göthling. Wie sich dies genau ausgestaltet hängt letztendlich auch davon ab, ob endlich das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verabschiedet wird und natürlich, wie dies am Ende aussehen wird. omp 

 
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