
Berlin (kobinet) Die Befürworter eines eigenen bioethischen Beratungsgremiums des Bundestages wollen bis nach der Sommerpause bei Abgeordneten für ihre Initiative werben. Bislang hätten rund 170 Parlamentarier den Gruppenantrag für ein dauerhaftes "Ethik-Komitee" unterzeichnet, hieß es einem Bericht des bei der Aktion Mensch angesiedelten 1000 Fragen Projektes zufolge. Dazu zählten etwa 50 Grüne, 50 Abgeordnete der Linkspartei und 70 Sozialdemokraten. Insgesamt hat das Parlament 614 Mitglieder. Mit dem seit Anfang April beworbenen Antrag für ein Ethik-Komitee wollen die Abgeordneten dem Bericht zufolge eine Beteiligung an der Beratung in Fragen der Lebenswissenschaften erreichen. Maßgeblich engagiert sich dabei der Leiter der Arbeitsgruppe Bioethik der Grünen-Bundestagsfraktion, Reinhard Loske, der von einem "Akt der Selbstbehauptung des Bundestages gegen das bioethische Monopol der Regierung" spricht. In den vergangenen Jahren gab es jeweils eine Bioethik-Enquetekommission des Bundestages, die nun nicht mehr eingesetzt wurde. Die Abgeordneten kritisieren auch die Pläne von Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), bei der Reform des 2001 vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eingerichteten Ethikrats keine Bundestagsabgeordneten einzubinden. Schavans Pläne stießen in dieser Woche in der Unionsfraktion auf breite Zustimmung. omp