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28.06.2006 - 12:03

Schlechte Zahlungsmoral.

Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz Hollenbach (kobinet) Immer wieder klagen behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über die schlechte Zahlungsmoral von Sozialhilfe- und anderen Leistungsträgern. Eine Mutter wehrt sich und Frontal 21 sucht Beispiele. Monika Hausberg ist sauer, gelinde gesagt. Ihre schwer behinderte Tochter Sylvia lebt in Bonn. Sie organisiert die notwendigen Hilfeleistungen von 18 Stunden täglich durch selbst beschäftigte Assistenzkräfte, die sie pünktlich entlohnen muss. Und genau das funktioniert nicht so, wie es sein sollte, weil der Sozialhilfeträger seine Leistungen nicht rechtzeitig erbringt - und das seit Monaten. Monika Hausberg: "Ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie diese nicht vorhandene Zahlungsmoral des Sozialamtes meine Tochter fertig macht. Wenn die Gelder nicht rechtzeitig fließen, kann sie die Assistentinnen nicht bezahlen bzw. muss Kredite dafür aufnehmen. Obwohl sie in Vollzeit berufstätig ist, verfügt sie nicht über die notwendigen Mittel. Wenn sie das täte, wäre sie ja auch nicht auf Leistungen des Sozialhilfeträgers angewiesen". Mittlerweile sei ihre Tochter hoch verschuldet und habe schon einen Schufa-Eintrag. "Sylvia geht es durch den ganzen Stress auch gesundheitlich ziemlich schlecht, da ja neben den finanziellen Problemen auch die Assistenz ständig gefährdet ist. Schließlich sind auch die Assistentinnen auf ihr Einkommen angewiesen". Mutter und Tochter haben sich nun entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen und an das Fernsehmagazin Frontal 21 gewandt. Dort hat eine Redakteurin Interesse an einem Beitrag gezeigt: "Aber die Sendung berichtet nicht nur über 'Einzelfälle'", so Monika Hausberg. Sie sei sich sicher, dass auch andere behinderte Menschen ähnliche Probleme mit ihren Kostenträgern hätten. Mit einem haben sie mittlerweile Kontakt. Dieser sei auch bereit, vor die Kamera zu gehen. "Es können sich Leute melden, die ähnliche Schwierigkeiten haben, egal ob mit Sozialhilfeträgern oder anderen Kostenträgern. Frontal 21 ist auch bereit die 'Fälle' anonym zu behandeln. Uns kommt es vor allem darauf an, darzustellen welche praktischen, gesundheitlichen und finanziellen Folgen das Gebaren der Kostenträger für die behinderten Menschen hat". elba Interessierte können sich per E-Mail m.hausberg@arcor.de mit Monika Hausberg in Verbindung setzen.  

 
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