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kobinet-nachrichten
29.06.2006 - 08:29
URL: http://www.kobinet-nachrichten.org

Kettig / Mainz (kobinet) Am kommenden Montag, den 3. Juli (ab 21:45 Uhr in der ARD), will das Fernseh-Magazin Report Mainz über die schulische Integration behinderter Schülerinnen und Schüler berichten. Kathrin Lemler, eine Schülerin, die in dem Beitrag vorgestellt wird, berichtet von den Dreharbeiten. "Es war ein ganz tolles Erlebnis für mich und hat unheimlich Spaß gemacht", erklärt die 20-jährige Gymnasialschülerin: "Vor allem, weil das Fernsehteam mich sehr schnell ganz normal behandelt hat". Dass eine "normale" Behandlung nicht immer so normal ist, hat Kathrin Lemler schon oft erleben müssen. Sie wurde mit einer Körperbehinderung (Athetose) geboren und kann sich nur mit einem Sprachcomputer verständigen. Bevor sie einen solchen hatte, klappte Kommunikation sogar nur innerhalb der Familie durch Augenkontakte oder mit anderen mittels einer Buchstabentafel. Eine schwierige Situation war das damals für die intelligente junge Frau. Kathrin hat sich davon nie unterkriegen lassen (siehe auch). Die im Großraum Neuwied lebende Rollstuhlbenutzerin besucht mit einer selbst beschäftigten Assistentin das Gymnasium in Bendorf, an dem sie ihr Abitur machen will. Als nächstes Ziel peilt sie ein Studium an. Für Report Mainz, das positive und misslungene Beispiele von schulischer Integration darstellen will, war Kathrin Lemler das beste Beispiel für die gelungene. Dass ein anderes Beispiel, das Report aufzeigen wird, scheiterte lag, nicht unbedingt am behinderten Schüler, betont Kathrin Lemler. Das habe ihr das Fernsehteam erzählt. Sie ist ohnehin der Meinung, dass es keine Aussonderungsschulen geben dürfte: "Jeder kann eine Regelschule besuchen, wenn seine besonderen Bedürfnisse berücksichtigt und die notwendigen Hilfen bereitgestellt würden". Kleine Klassengrößen, damit sich die Lehrer besser um die einzelnen Schüler kümmern könnten, würden allen gut tun, nicht nur behinderten, solche aus sozial schwierigen Familien oder nicht aus Deutschland stammenden. "Ich habe deshalb auch sofort ja gesagt, als ich gefragt wurde, ob ich bereit wäre, vor die Kamera zu gehen. Es ist mir so wichtig zu zeigen, dass mit der entsprechenden Unterstützung und der Bereitwilligkeit der Schule auch bei einer schweren Behinderung eine Regelbeschulung kein Hindernis ist". elba
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