
Stuttgart (kobinet) Hans Kreiter von den Aktiven Behinderten in Stuttgart zog eine positive Bilanz über den Unterstützungsservice des Vereins bei den Fußball Weltmeisterschaftsspielen in Stuttgart für behinderte Fußballfans. Viele positive Rückmeldungen zeigten, dass sich auch behinderte Menschen während der WM in Stuttgart zu Gast bei Freunden fühlten. Auch wenn Hans Kreiter noch voraussichtlich bis Montag im Stuttgarter Krankenhaus liegen muss, zeigte er sich gegenüber den kobinet-nachrichten voller Optimismus. "Ich bin zwar wegen eines Unfalls bei Dreharbeiten in Thüringen noch kräftig lädiert, doch der volle Erfolg unserer Aktion zur Fußball Weltmeisterschaft stimmt mich optimistisch, auch zukünftig noch einiges bewegen zu können", so Hans Kreiter, der mit einem Elektrorollstuhl umgekippt war und dem dabei der Rollstuhl auf das Bein fiel. Damit sich auch behinderte WM-Gäste in Stuttgart wie unter Freunden fühlen konnten, bot das Stuttgarter Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsL) des Vereins Aktive Behinderte in Stuttgart eine Reihe von Dienstleistungen wie einen Fahrdienst, Pannenservice für Rollstühle und einen Hilfsmittelservice für behinderte Gäste während der WM an. "Vor allem haben wir viele Informationen weiter gegeben, denn die Leute hatten viele Fragen, wie sie mit einer Behinderung im und um das Stadion herum klar kommen", so Hans Kreiter. Die Einschätzung, dass die Aktion ein "voller Erfolg" war, sieht Hans Kreiter neben vielen positiven Rückmeldungen von behinderten Menschen, die den Service in Anspruch nahmen, auch durch das feed-back von der Stuttgarter Tourist Info und von der Mobilitätszentrale in Stuttgart bestätigt. "Die Zusammenarbeit mit diesen Stellen hat super gut geklappt", so Hans Kreiter. "Immer wieder wurde uns von Ratsuchenden gesagt, dass man einen solchen Service beibehalten und bei anderen großen Events auch für Menschen mit Behinderungen anbieten soll", so Hans Kreiter. In Anbetracht dessen, dass bereits im September in Stuttgart das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft steigt, überlegen die Aktiven Behinderten in Stuttgart, wie sich auch dort wieder einbringen können. Zudem seien für nächstes Jahr vier Weltmeisterschaften in unterschiedlichen Bereichen in Stuttgart geplant. Wichtig sei vor allem gewesen, dass den behinderten Ratsuchenden Menschen zur Seite gestanden hätten, die über gute Ortskenntnisse verfügen und sich die Sportstätten und deren Umgebung vorher genau angeschaut haben. Die über 120 Anfragen während der sechs Weltmeisterschaftsspiele hätten sich vor allem um Fragen wie das Parken, Toiletten, die Anfahrt zum Stadion gehandelt. Mit einem extra Fahrdienst wurden auch behinderte Menschen direkt zum Stadion gefahren und dort abgeholt. "Wir durften nah ran fahren, was besonders für Leute gut war, die eine Gehbehinderung hatten. "Wir hatten zum Beispiel eine Geschichte, da hatte sich jemand kurz vor der WM den Fuß gebrochen. Die wollten das Spiel schon absagen, als sie auf uns gestoßen sind. Wir konnten denen gute Tipps geben, so dass sie nah ans Stadion ran kamen und doch zum Spiel konnten. Die waren total begeistert, dass es trotzdem geklappt hat", so Hans Kreiter. Dass dieser Service auch einen kräftigen Aufwand für die Mitglieder der Aktiven Behinderten in Stuttgart bedeutete, ließ Hans Kreiter aber auch durchblicken. "Während der gesamten WM-Zeit hatten wir unsere Clubräume fast immer offen und das Telefon besetzt, so dass wir sehr schnell auf Anfragen reagieren konnte. Neben einer Förderung durch Toto Lotto für den Druck der Informationen haben wir das alles ehrenamtlich geleistet. Dabei war besonders toll, dass viele unserer Mitglieder mitgemacht haben", freut sich der derzeit lädierte Hans Kreiter. omp