
Kassel (kobinet) Während der heute in Kassel durchgeführten Mitgliederversammlung des Netzwerk People First Deutschland bekräftigte Peter Stabenow vom Vorstand des Netzwerkes die Forderung nach der Aufnahme behinderter Menschen in das zivilrechtliche Antidiskriminierungsgesetz. Gerade Menschen mit Lernschwierigkeiten seien häufig von Benachteiligungen betroffen und bräuchten starke Gesetze, die sie vor diesen Ungerechtigkeiten schützen, erklärte Stabenow in Kassel. Das Netzwerk People First Deutschland ist ein Zusammenschluss von Menschen mit Lernschwierigkeiten, die sich für mehr Selbstbestimmung und Gleichstellung stark machen. Das Netzwerk lehnt den herkömmlichen Begriff der «geistigen Behinderung» ab und tritt für Alternativen zu Werkstätten für behinderte Menschen und Einrichtungen ein. «Das Antidiskriminierungsgesetz wurde uns versprochen. Wir sind sehr verärgert darüber, dass sich die Justizministerin nach wie vor dagegen wehrt, auch uns vor Diskriminierungen zu schützen. Hoffentlich spricht der Kanzler nun bald ein Machtwort und setzt sich für uns ein», erklärte Peter Stabenow am Rande der Mitgliederversammlung gegenüber den kobinet-nachrichten. Es komme beispielsweise immer wieder vor, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten von Versicherungen abgelehnt oder nicht ohne Begleitung in öffentliche Schwimmbäder gelassen werden. Während der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorstand bestätigt, so dass Waltraud David, Peter Stabenow, Christof Munzert, Arnd Kunau und Hew Ross für zwei weitere Jahre die Geschicke der Organisation lenken werden. omp