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21.07.2006 - 11:15

Lebenshilfe empört: Geistig behinderte Sportler für Paralympics 2008 gesperrt.

Marburg (kobinet) Empört hat sich die Bundesvereinigung Lebenshilfe heute über die Entscheidung des in Bonn ansässigen Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) geäußert, alle Athleten mit sogenannter geistiger Behinderung von den Paralympischen Spielen 2008 in Peking auszuschließen. Schon bei den Paralympics 2004 in Athen durften sie nicht starten, weil sich vier Jahre zuvor in Sydney die spanische Basketballmannschaft die Goldmedaille durch Betrug erschlichen hatte. Wie sich später herausstellte, waren die Spanier mehrheitlich mit Spielern angetreten, die gar nicht behindert sind. "Es ist für uns eine Riesenenttäuschung, dass es dem IPC in den zurückliegenden sechs Jahren nicht gelungen ist, sich auf ein Regelwerk für Athleten mit geistiger Behinderung zu einigen", kritisiert Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe. Aus Sicht der Lebenshilfe liegen genügend Prüfkriterien vor, um die geistige Behinderung eines Sportlers nachweisen zu können, etwa die Bestimmung des Intelligenzquotienten von 75 oder weniger. "Die Teilnehmer der am 27. August in Deutschland beginnenden Fußballweltmeisterschaft der Menschen mit geistiger und Lernbehinderung werden doch auch genau getestet. Warum ist das bei den Paralympics nicht ausreichend?", fragt Antretter. In einem Brief an IPC-Präsident Phil Craven verlangt die Lebenshilfe schnelle Aufklärung. Für Antretter grenzt das Ganze schon an Sippenhaft: "Bei der Tour de France wird doch auch nicht eine ganze Nation gesperrt, weil ein Fahrer aus diesem Land unter Dopingverdacht steht. Obendrein haben bei den Paralympics allein nicht behinderte Sportler betrogen, nicht die mit Behinderung." sch 

 
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Leserbriefe zu diesem Artikel:.

Monika Tampe schrieb am 21.08.2008, 14:24

Was steckt noch eigentlich dahinter?

Leider habe ich erst heute diesen Artikel gelesen, sonst hätte ich mich eher zu Wort gemeldet. Ich betreue seit einigen Jahren geistig behinderte Ruderer, die sportlich gesehen total fit sind. Es war harte Arbeit, bis sie die Sportart Rudern erlernten. Bis 2006 durften geistig Behinderte auf internationalen Regatten starten. Dann war Schluss. Von 2002 bis 2006 starteten geistig Behinderte Sportler also auch auf Weltmeisterschaften zusammen in einem Boot mit anderen Behinderten. 2005 wurde Rudern paralympisch. Als meine Sportler, die von 2002-2005 erfolgreich auf Ruderweltmeisterschaften ruderten, hörten, dass geistig Behinderte ab 2007 nicht mehr auf internationalen Regatten starten können, war die Luft raus und sie zogen sich vom Training zurück, da keine Perspektive mehr vorhanden war.Der Hinweis der Verantwortlichen auf die Special Olympics nutzt auch heute noch nicht viel, da dort Rudern nicht im Programm ist. Auch wird es hier schwierig werden, andere Länder mit deren geistig Behinderten für die Special Olympics erneut zu aktivieren, da der Stellenwert der Paralympics immer noch höher ist in unserer medialen Gesellschaft und dementsprechend besser honoriert wird. Es ist natürlich toll, dass die Medien in 2008 von den Paralympics wesentlich mehr informieren wollen, als in den Jahren zuvor, wünschen würde man sich das auch von den Special Olympics. Ich vermute, dass einige Verantwortliche, auch beim DBS, "zufrieden" sind, dass sie nun offiziell die geistig behinderten Sportler nicht mehr starten lassen brauchen, denn es macht schon ein bißchen mehr Mühen, hier immer wieder die Leistung mental abzufordern. Persönlich finde ich die Special Olympics eine schöne Sache, nur sollten wir aufpassen und fordern, dass den geistig behinderten Sportlern, die Hochleistung im Sport erbringen können, die Teilnahme an den Paralympics nun nicht für immer versperrt bleibt und ein Weg gefunden wird, um die Klassifizierung dieser Sportler ohne jeden Zweifel durchführen zu können.

Hubertus Thomasius schrieb am 24.07.2006, 14:50

Protestliste

kann ich mir sehr gut beim Behindertensportbund vorstellen. Aber nicht zu lange warten. das Ding ist jetzt heiß.

Hubertus Thomasius

A. Heinker schrieb am 24.07.2006, 14:11

Asschluss von Menschen mit Lernschwierigkeiten vo

Hallo,
noch ein Nachsatz:
Wie steht denn der Behindertensportbund in Deutschland zu diesem Ausschluss?
A. Heinker.

A. Heinker schrieb am 24.07.2006, 14:07

zum Ausschluss von Menschen mit Lernschwierigkeite

Hallo,
ich unterschreibe gern und sofort auf der ProtestiererInnenliste. Ich fragte: wird es auf der Seite von forsea eine solche Liste geben?
A. Heinker

Peter Stabenow schrieb am 24.07.2006, 12:06

Ausschluss bei Paralympic 2008

Ich schliesse mich der Empörung der Lebenshilfe voll und ganz an. Dass unser Personenkreis von den Paralympics 2008 in Peking ausgeschlossen ist, widerspricht der Würde des Menschen und gegen den Willen unseres Herrgotts - denn vor ihm sind alle Menschen gleich! Ich denke, dass man gegen diese Sache Einspruch erheben sollte: Damit die Verantwortlichen unsere Forderung, den Ausschluss unseres Personenkreis bei den Paralympics unverzüglich rückgängig zu machen, wäre eine bundesweite Unterschriftenaktion mehr als sinnvoll!!

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